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Full text of "Das Lustwäldchen: Galante Gedichte aus der deutschen Barockzeit"

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Oiansv, 'Weber, Verlag, 'Müm£en 
190S 




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<3^<s xioi^S'cmM^e^fG^ 




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Saianfe Sedicßie aus der deuffißen 'Baro<£seif 

GetammeB and Herausgegeben 

^ranz Q}fej 



Seeßsfe iMi^hg« 



iHans V, ^eber. Vertag 



1908 



1 



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vi. 1 






f>f€8€8 ^adS wände btf Oscar ^randsfefier m 
ßerpBtg gtdrtKfsi. ^en VorderHief Befdinefe 
Consfantm Somoff, cPt, ^eftnhurg, den ^äc^cenm 
fifef CUe ffeHdce, ^erßn. 
Cmßtmdert Gxempfare wurden auf ä<£f Zanders» 
Suiten gedrui£i, gründen und numeriert, ^fe 
in Jedem Cxempfare der Voraugsausgabe ver» 
scfiiedenen Vorsaffpaprere sind $Canddru€£e der 
Wiener ^erisfOffen nacß Cniwürfen des 9rom 
fessor 9Cofmann m Wen. 



A 



^ür SHans von Mütter 



OF* 



/-L 



3>ie 3>id^ter ber beutfd^en ^tod$tit erfreuen fid^ 
tniSgefantt einer fej^r fd^led^ten ^eyiutotion in oKen 
Siteroiurgefd^id^ten« %)l^, fd^toütftigi t)tatt| ge^nein» 
ntaniriert: mit fotd^en SDorten tut fie bie (Befd^id^tS' 
fd^reibung rafd^ ah^ aUju rafd^» U)ill mid^ bunlen« <Be« 
XDtg : mit ben beften ber ^innefänger unb bem ^oRi^« 
liebe berglid^en toerben goffmannftDoIbau unb feine 
bid^terifd^en (Benoffen bie Unmittelbarleit unb @d^Iid^t« 
l^eit beä Soneg t>ermiffen laffen, uxtb an bem fpateren 
(Büntl^er gemeffen, mag ber rebnerifd^e tlberf(|)lDang 
il^rer (Seful^le oft red^t albern erfd^einen. Unb bodf 
l^aben fie» tporauf SQIa£ t>on SQ3a[bberg suerft aufmerif am 
gemad^t l^at, eine t)ft)d^o(ügifd^e ^ertoanbtfd^aft mit btn 
S^rauenbienem beS beutfd^en £ieberfru|^IingiS; unb bag 
fie in il^ren ^emül^ungen um Qoxm unb bilblid^en 
^uSbrud ol^ne ^ebeutung für bie ft)dteren getoefen fein 
foKen, tt>er möd^te baS 'bcfyxupteni ^er ganse 3^U^^ 
beutfd^er £iteratur fd^einen nur bafur geu>efen 5u fein, 
bag il^re fummarifd^e (Sefd^id^te in geleierten SQ3er{en 
fpaterer 3^Uen abgetan toirb; nod^ fummarifd^er gel^t 
bann biefeg Urteil in bie populären Siterärgefd^id^ten, 
anä bcnen ti ber £efer l^innimmt» ol^ne fid^ toeiter um 
bie 55e» unb meift SBerurteilten felber ju fummem. 



^on kDtrb in biefem SufttDoTbd^en eine "iUugtDal^I 
biefer beutfd^en Sarod^gebid^te lefen, Sltan ioirb Diel« 
leidet il^ren SQXantriSmuS nid^t ol^ne fünftlerifd^en ^ei5 
finben unb fid^ gar nid^t barum fümmem, ob biefe 
2>id^ter ein el^rlid^eS ®efu]^r auiSbrud(en ober einen 
GinfoIT iDie im ©piele formen iooHen. Sft nid^t» tJoaS 
g^orm unb nid^tö oIS ^orm ift — rx>enn foId^eS eS 
ühtt^aiipt gibt — bem el^rlid^ften ©efül^Ie in ben 
^nften borsusiel^en^ ioenn biefeS (Befuj^IeS groge <£d^t« 
l^eit ber Äraft mangelt, fid^ eine ^otm ju geben? 
©ie ^Iffefte beS Ceben», bie im ©d^rei, im ^rud^, im 
©tammeln fid^ äugem unb unS unmittelbar ftarf be« 
einbrud(en, ioeil fie einen B^ft^^^ ^it einem ent« 
lautren, tDer mod^te fid^ mit fold^em 2ebcn in ben Stmt^tcn 
begnügen, bie ein anberg geformteiS 2ehen finb? 3>ie 
a^t^it btS &cfü^US oKein ^at nod^ feinem baS (Be« 
bid^t gegeben. 

©ie barod(en 3>id^ter, bürgerlid^ meift fel^r eieren« 
toerte unb red^t folibe Ferren, ergingen fid^ in bem 
SufttDoIbd^en i^rer spoefie sumeift nur l^öd^ft ptatonifd^ 
mit ben S>otinben unb ©elimenen, bie fie f id^ oft nur 
Imaginierten unb mit benen fie fid^ nur in ber 
poetifd^en fiisenj 3U 55ett hegäbexi. ^en ärgert ber 
95etrug? ^xS l^ier bie £üge oft fo reisboK fd^uf, 
fönte man eS fid^ nid^t einmal gefallen (äffen? Unb 
bann: biefe £üge koar fo intenfibe ^obe, ba% fie fd^on 
koieber eine SQSal^rl^eit kourbe, bie bilbenbe Araft ber 
^Ekil^rl^eit befam. Unb enblid^: man mügte an» ben 
beiben 3Dorten SDal^rl^eit unb ßüge ein britteS bilben, 
boS ben Suftanb beS ©id^terS beseid^nen fonnte. 

8 






SSIan l^ot in biefe ©ammlung nur £ie6e8gebid^te 
aufgenommen^ ts^til fie bie ^rt biefer 3>id^ter ftärfer 
Seigen^ unb kDetl unS bie (Begenb ber Siebe bertrauter 
ift dS irgenbeine anbere. (&alant 5U fein, bcS tx>at 
bie gefeUfd^aftlid^e ^egel, unter ber biefe red^t grobe 
3eit ftanbi koie iene frul^ere unter ber anbem: ber 
S^raue 3u bienen. SHe (Epifteln^ bie geiftlid^en ober 
gar bie ^ermäl^tungg« nt\b SegrdbniSgebid^te unb bie 
meiften (Epigramme mit ben (angft ftumpf getoorbenen 
&pi^en — adeS boS mag ungel^oben in btn Sudlern 
rul^en^ auS beren SBeftem biefeS fiufttoolbd^en aufge« 
rietet kourbe, mit bem 3>id^ter O^riftian ^eife am 
(Eingang^ bort» tx>o nod^ freie ^oTbe ift, mit btm 
3>id^ter O^rifttan (Süntl^er am ^uiSgang, tx>o ber 3Deg 
fteil 5um ^amag ftrebt. 



Sltünd^en, 1907, 



^ons ®(ci. 



9 



ei^riftian S'eH^ «Deife 



Sl^ranen ber f^ung^etn^i^a^t 

6üge8 (Sift Derliebter fersen, 
@d^tDad^eS SOSerfseug boder ^aft, 
SlBetttS 3i^ ^^ feufd^en ©d^merjen» 
2>u berül^mte Sungfemfd^aft, 
^reilid^ geltet beine 3^^ 
9lKen fd^onett @ad^en für. 

.SQSie bie ^fen in bem Sttaien 
Sl^re bleid^e Sieblid^feit 
Niemals fd^oner Don fid^ ftreueni 
saiß \x>enn il^re ©id^er^eit 
Hnberül^rt unb unbefledft 
in bem grünen @todfe ftedCt, 

^[fo mu% man bid^ erl^eben, 
SKeil bu feiner fremben ^anb 
2>id^ 3um ^aube toirift ergeben, 
©onbern hcS geliebte spfanb 
saffer 9lu]^ unb ßebenSraft 
3ln ber fügen Jf^cü^eit l^aft. 

3>i>d^ kDie lange fann eS todl^ren? 
(Enbtid^ mug bie S^genb fid^ 
©urd& ben fd^neKen ßauf öersel^ren 
ober eS berufet bid^ 
£iebe, £uft mb ditOtext 
3n ber Sugenb SBetteftreit I 



11 



^tn man 6ei bcn ^^dhäumcn 
3u ber £uft fjHisieren gej^n, 
S>drf man nid^t bie 3^^ berfäumen, 
!^ann fie in ber ^üte ftel^n, 
Gl^ ber Gärtner nad^ ber &aat 
^ud^ bie S^rud^t gebrod^en "fyxt. 

^and^eS @d^dfd^en tragt bie @d^tt>ere 
©einer WoUe mit ^erbruS, 
^ei( tS auf beS @d^äferig @d^ere 
(Bar 3U lange toarten mn%. 
^ond^e ^ofe frummt ben @tiet, 
^ei( fie niemanb bred^en tt>i(L 

(Bute ^ad^t, bu (eere 6d^üffel» 
bu Seud^ter ol^ne Sid^t^ 
^'efteiS @d^[og bod^ ol^ne ©d^tüffel, 
®ute ^ag urA fein (BeiDid^tt 
^d^^ iDie tjoo^l ift bie baran, 
3>ie bei Seiten freien fannt 



12 



/ 



CJ^riftiatt S'elis «Deife 



9tad^f)>rung na^ htm %an$t. 

£ufHg, il^r 99labd^en, bie god^seit ift auS, 
^anbert mit euren ^ebienten l^inauSi 
£affet eud^ ober beileibe nid^t l^ersetti 
(Bellet fein leife, bie Butter bie tjoa^t^ 
£affet bie Serie ein anbermol fd^ersen» 
Ratten fie borl^er fid^ (uftig gemad^t 

(Bellet gefd^toinber, ij^t Atnberd^en i^r, 
£eget eu^ nieber ut^ fd^Iafet barfür^ 
6e]^et bie armen berliebeten ©d^afe, 
@inb fie nid^t trunfen? fie ftel^en gar faum^ 
©bringet injtoifd^en imb tanset im @d^[afe, 
borgen ersäl^Iet bcn luftigen Sraum. 

(Bellet unb leget eud^ immer sur ^ul^. 
§ört il^r nod^ lange btn @tänbd^en 3U? 
@e]^et, bie ^utter^ bie tegt fid^ anS ^enfter, 
Stemmet eud^ beffer im ^inftern in 5ld^t, 
SDünfd^et, i^r niebfid^en (Baffengefpenfter, 
^fferfeitS eine gerul^ige 9tad^t. 



13 



ei^riftian S^eti^ SDOeife 



m» i^ meiner <3lofiti8 . . . 



«fö id^ meiner <3ti>fitid 

91'enli^ an bie ©d^ürje grleffe, 

@agte fie mir gar geiDtg, 

3d^ \Dät fromm, bod& toann id^ fd^Kefe, 

@onften tt>dr i^ in ber §aut 

<£in red^tfd^affen bofeS Sitaut 

3a, mein ßlebd^en, fing id& an, 
3d^ geftel^ eS, \Dwn id^ ttmd^e, 
2)ag i^ eS nid^t taffen fann, 
2>i)d^ eS ift fo eine @ad^e: 
©teile beine ©d^on^eit ein, 
@D kDiH id^ nid^t lofe fein. 

Hber biefeS bin id^ bod^ 
3n bem ©d^Iafe fromm unb ftille, 
3>rum, mein (Engel, ift eS nod^ 
2>ein unb mein beliebter SOSiTIe, 
@ttd^ft bu bie (Betoogenl^eit 
35(08 in meiner Stbmmigiltit^ 

<£i, fo fd^Iaf einmal bei mir, 
6onften muß id^ e8 geftel^en, 
2>ag id^ niemals fann 3u bir 
g^romm unb eingesogen gelten. 
©oK id^ fromm fein, meine S^^h 
<£i, fo fd^iaf einmal bei mir. 



14 



Cl^riftian Deuter 



dlatille auf btn Sob il^rer Qtan Butter* 

3^ l^ötte nid^t bermeint, ba% fie fo boTb berredte^ 
5>a i^t bog Mebebier nod^ in ber (Surgel ftedfte« 
93508 l^Uftö, ba8 Ceben ift toie meine gungf emf d^aft : 
^utäf einen Keinen ©tog ift beibeS l^ingerafft 

^er gibt mir fünftig ®elb, bie ^löcle 5U berbramen, 
^0 fotr id^ 6trum)>f unb ^emb, iDO bie ^ontange 

nel^men ? 
3ld^ 3lnbre8, lieber §err, toeil bie ^rau Butter tot, 
®D gieb mir einen SOtann unb l^ilf mir auB ber Slotl 



t' 



16 



* kantet Caf)E)ar t>ott Sol^enftein 



Siomm braune ^ad^t . . . 



itornnti braune ^d^t, uml^üHe mid^ mit @d^atten 
Unb btät ben mit beiner ©d^todrse 5Uy 

2>er ungeftört fid^ toill mit @onnen gatten 
Unb im ^esirf ber (Engel fidler ru)^, 

Sa» ]^i(f mein SUd^t t^ bu nod^ toirft entfd^tt>inben, 

^it milber ^ar\b bon meiner ©eele binben. 

^ie? §&r id^ nid^t (toilRommen, mein Verlangen!) 
@d^on im (Semad^ mit leifer @timme gel^n? 

^ü^l i(^ mid^ nid^t mit Milien umfangen 

Hnb meinen Sn% auf biefen (Srensen ftel^n^ 

^0 mir (Eelinbe toirb auS Sl^rdnen lad^en, 

^uS Stammen <£iS, bem %ette ^immet mad^en? 

@o tilge nuxif o ^elbin, meine @d^mer5en^ 

3Dirf mit bem gTol^r bie leidste Sarl^cü l^in, 

2a% meine §anb mit beinem ^eid^tum fd^ersen 
Unb mid^ ents&dCt b^ fd^one Sal besiel^n, 

2)a fid^ im Sau bie ftummen Süfte fül^ren, 

Unb Sag unb ^ad^t mit il^ren färben fpieTen. 

^ein sofort erftirbt, bie ©eele toid enttDeid^en^ 
^d^ la% fie bod^ in enge ^immel eint 

Sag @^iff unb ^aft in beinen §afen fd^Ieid^en 
Unb beine ^anb mir einen Seitftem feint 

2>u foKft aTSbalb bie eingelabnen (Saben 

^ebft boHer ^rad^t ftatt ber SSetol^nung l^aben« 



16 



Daniel (la^pat t>on Sol^enßein 



^n Catiften. 



3<$ idtin mir nid^t mel^r tt>iberftreben, 

2>ie ©d^on^eit flögt mir baS (Selüften ein. 
3m ^atabieS tann feiner leben 

Unb o&ne g^all unb ^el^rtritt fein, 
^ein dbtnpldi, mein ^nb (Ealifte^ 

3ie]&t meine §anb 
^uf beinen ^eiS ber runben Prüfte 

Ut\b meinen Seib in bein gelobteg 2anb. 



©er Cens pflegt un8 in Qerbft 3u leiten, 

2>ag S^^l^r lagt unS nad^ Blumen ^rud^te fe|)n: 
£a§ mid^ bo(^ aud^ nad^ beinen 3^^^^^ 

3n beinen ^nmutSgarten gel^n. 
Sltein S^rul^nng ift ein Äug getoefen, 

2a% anS ber @d^oog 
9nid^ enblid^ reife ^rüd^te lefen, 

SQ3ie in bcm @tanb ber Itnfd^itlb nad(t unb btog. 



3>u fannft ben Seib mir nid^t berfd^Iiegen, 

^on iDeld^em bu mir fi^on ba2 $er5 entbedCt 
2a% unfern ©eift sufammenfliegen, 

SQSeil bod& fein Äug il&m felber fd^medft. 
Vergrabe mid^ im (Elfenbeine 

SßoU ^reifd^ unb «lut, 
^enn toerb id^ gleid^ barin 3um 6teine, 

@o ipeig id^ bod^, bag mir eS fünfte tut 

2 93Ut, 8it1lti>«b<9en. 17 



(Eroffne mir bcS Sor sunt Sanbe» 

^0 Sudfer rinnt unb ^ottuft Safe! I^ätt; 
£ag meinen ücü^n am engen 6tranbe 

Qn beine neuerfunbne ^elt 
2>tt barfft bid^ nid^t, (Tolifte, fd^ämen: 

S)a8 g^cigenblatt, 
2>ad Gba für fid^ mn%t€ nel^men^ 

3eigt unb entbedt nid^t unfre £agerftatt. 

^ftrafe mid^ mit feinem Sabel^ 

2>ag beine @d^Dog mtin ^erse lieb getDinnt» 
^cnn ber SKagnet forfd^t mit ber ^tabel, 

3513 er ben ^ittelpunft ergrünbt 
Gin 6d^äfd^en graft in SoT mü> ^um^ 

"^0 6d^atten ift: 
Sitein ^erse iDiDf baä beine fd^auen» 

2)rum fud^ id^ eS, ba too bu offen bift. 



18 



SIriPan $offmantt bon goffmantiBUralbatt 

<SS badete 2cBbic . . . 

9& badete Segbie^ fie fage gans airein, 
Snbem fie tool^t bcnoal^rt bie ^enfter unb bie Suren, 
3>od^ Heg fid^ @t)tbiu8 ben geilen ^riDi^ ful^ren 

Unb fd^aute burd^ ein £od^ in il^r (Semad^ l^inein« 

SUuf il^rem ßnfen Itnie tag il^r boS redete %ein, 
2>ie ^r\b toox l^od^ft bemül^t, ben 6d^u]^ i|^r 3U5u« 

fd^nüren, 
iSt fd^aute, kDie haä ^9Xoo8 S'^^^^^ ^^^6 3^^ Siebten, 

Unb \Dit Cupibo tx>\n, mit £uft geiDieget fein. 

(£S rufte ©t^IbiuS: ioie sierlid^ finb bie ^abtti 
9Rit iDarmem ©d^nee bebedCt, mit (Elfenbein belaben! 
<£r fal^e felbft ben Ort, kDo feine Hoffnung ftunb. 

ÜB ladete @i}[t)iuS. @ie fprad^: bu bift berloren, 
3um ©d^merse bifl bu bir vir\b mir 3ur ^ein erforen, 
^enn beine Hoffnung bat \a gar 3U f d^Ied^ten ®runb. 



2^ 1» 



(E^tißian ^offmann t>on ^offmanndtoalbau 
3d^ eilte . . . 

3ci^ eilte Serbien auS ^rstpeil 3U ertDedfen, 

saXS gleid^ ^urorenS ©tans um il^r ®efid^te fturtb, 
3He ?lofett fronten il^r ble SKangen unb ben ^unb, 

3>urd^ toeigeS Elfenbein ßeg fid^ ber ^oTS bebed(en. 

gid^ kDodte meine §anb auf il^re Prüfte ftredfen, 
i&S tat ein naffer ^g il^r meine (SeiD^eit lunb, 
9118 CeSbie rief: ift bein 95erftanb gefunb, 

@D fül^re feine Brunft in meine feufd^en ^ed(en. 

gid^ toar barob beftürst uttb flud^ete bem ®lndc 
Unb ful^r btn ^immel an unb feine reid^en ^lidfe, 
3d^ fprad^ : too 9lofen fielen, ba muffen 3>omen fein, 

!20eir mid^ benn il^r ^efel^r berjaget unb Dertrieben» 

@o l^ah id^ biefeS ^ort in i^r ®emad^ gefd^rieben: 

^uf SKorgenrote folgt gar feiten 6onnenfd^ein. 



20 



^l^riftiati ^offmann t>on ^offmann^albau 

9I^6ante, gebraud^e beine 3^tt 
Itttb la% bcn ßiebeSlüften freien Si^fl^I- 

^enn urtS ber @d^nee ber Saläre ^at befd^neit, 
@o fd^medft fein ^g, ber Siebe toal^reg @iege[. 

3tti grünen SKai nur grünt ber bunte Älee, 

5irbanie. 

^^äXbanic^ ber fd^önen ^ugen Sid^t^ 
3>er £eib unb \x>cS auf bcn beliebten SÖSängen, 

3ft nid^t für bid&, für unS nur 3ugerid^t. 
3)ie Gipfel, bie auf beinen Prüften prangen, 

6inb unfre £uft unb füge ^nmutSfee, 

^banie. 

^banie, tx>aS quäUn tpir unS biet 
Itnb 3üd&tigen bie Stieren unb bie ßenben? 

^ur frifd^ gelpagt baiS angenel^me ©pielt 
^ebtoebeg ®Iieb ift \a gemad^t 5um ^enben, 

Unb ipenbet bod^ bie @onn fid^ in ber Qofy, 

^Ibanie. 

^Ibanie, foll bcnn bein toamter @d^DoS 
So ob unb iDüft unb unbebauet Hegen? 

3m ^arabieg, ba ging man nadt unb UoS 
Unb burfte frei bie ßiebeSädfer pflügen. 

^eld^ SZtenfd^enfa^ mad^t unS bieS neue ^el^, 

Sirbanie? 



21 



WhaniCf iper tann bie @ügigfett 
2>er 5tt>ei bcrmifd^ten (Seiftet red^t entbed(en? 

Wenn 2ith unb £uft ein Gffen ung 6ereit| 
S>aS iDieberl^oIt am l^eften pfTegt 5U fd^meden^ 

!3Q9ünfd^t nid^t beirt ^erj, ba% eiS babei bergel^, 

^banle? 

QUbanie^ toeil nod^ ber SKoDfufttau 
S>ie (Slieber ne^t unb baS (Seblüte fpringet» 

@o [a§ bod^ 3U, ba% auf ber "S^enuSau 
Gin brunftger ®eift bir fnieenb Opfer bringet, 

S>a% er bor bir in boITer ^nbad^t ftel^, 

QUbaniet 



22 



CJ^rtftian goffmaitn t>on goffmannftDoIlHiit 

?[ßaS sürnft bu . . . 

9BcS sürnft bu, ^(oriba, fo o^ne ^aa% unb 3i^> 
3>ag meine 3un9^ ^^^^^ ^^^ (Srensen übergangen? 
3>ie @d^u(b ift nid^t 3u grog, unb tot fie bir ju bier, 
9Bie l^aft bu fie bann nid^t, lote f ie'iS berbienti gefangen ? 

2>0d^ bag bir lunbbar fei» toarum id^ e8 getan» 
2>ag id^ bie S^^^S^ l>it lieg @d^[unb unb (Bäumen TedCen : 
Od^ badete, toeil fie mel^r ald bidig plaubem laxm, 
eit mod^te fonft ix^ ^eib mein SiebeSfpiel entbeden. 



23 



C^riftian ^offmann bon ^offtnannStDoIbatt 
ms i^ bie 2z8bie . . . 

ms id^ bie 2cSbic näd^ft in bct Kammer fanb, 
2>a fie fid^ überl^in unb fd^Idfrig angeleget, 
@o fd^aut id^ eine ^ruft, bie fd^önre SJlpfel traget« 

^IS iemoIS borgebrad^t bcS reid^e SHorgenlanb. 

2>ie %tuft 30g meinen (Seift, ber ^ürtDi^ trieb bie 

^anb 
3u fud^en, rx>cS fid^ l^ier in bem SBesirl betoeget 
2>ie§ l^at ber £eS6ie fo großen 3^^ erreget, 

2>ag fie in l^öd^ftent (Stimm ift gegen mid^ ent» 

brannt. 

@ie trieb ntid^ toeg bon fid^, fie ftieg mid^ 3U ber ©eiten, 

@ie l^ieg mid^ unbertoeilt auS il^ren ^ugen fd^reiten; 

3d^ fpta^, inbem fie mid^ auS il^rer Kammer ftieg : 

2>ietDeiI id^ onsulül^n unb mel^r cXS fid^g gebül^ret 
2>ie mir berbotne ^rud^t ber ^fel angerül^ret, 

@o ftogt ein (Enget mid^ |e^t auS bem ^arabieiS. 



24 



CJ^riftian ^offntann }^on §offmanntoaIbau 

^iemanb toeig . . . 

9lietnanb toeig, tote fd^lDer mirS fallt, 
^rammen in ber SBruft 3u liegen 

Unb fie bennod^ bor ber SQEJelt 
^id^t and freie Sid^t 3u legen, 
^euer lagt fid^ nid^t berl^el^reni 

^cnn fein (Slatii ift aICsuIIari 
Unb bie (BCut berliel^er @ee[en 

^ad^t fid^ felber offenbar. 



^unbert ^ugen« bie bon ^eib 
Unb bon (auter ^rgtool^n brennen, 

@inb auf ntid^ 3u fel^n bereit, 
Ob fie toaS bermerlen lönnen. 
^od^ berberg id^ meine @d^mer3en, 

2)ag man leine ^^unlen fielet, 
2>a bie £iebe bod^ im fersen 

^ie ein anbrer ^tna glül^t. 



2>iefeg ift ber £iebe Aunft: 
9lmor fud^et S^inftemiffen, 

'Utü> bon feiner ftilfen SBrunft 
^ug ber l^elle Sag nid^tS toiffen. 
SliemxS brid^t mit il^rem @terne 

(Erft bei bunlCer ^ad^t l^erein, 
2>ag bie sarte Sugenb lerne, 

Sn ber Siebe b^imlid^ fein. 



26 



2>rum getDöl^ne bid^ mein ^ut, 
2>eine STammen 3u berfd^toeigen. 

2a% t>on ber Verborgnen Glut 
SDeber Wunb nod^ ^uge sengen. 
SlXngt bn bid^ gleid^ ettooS stDtngen, 

3ft gleid^ bie "S^erftelfnng fd^toer: 
SUvS btit oKerfd^tDerften 2>ingen 

Kommt bie grögte £nft oft l^er. 



26 



Cl^riftian ^offntann Don ^offntanntoolbau 

^n <S(orinbe. 

SCorinbe, lannft bu fuftig ftel^erti 

^cnn einer ^lofe fd^oneS ^anpt 
9luf il^rem ©todfe muft bergel^en? 

^id^t etkDa bon ber ^^auft geraubt, 
@o fie mit SQ[)ürben fönnte tragen, 

@ie regen auf bie fd^one ^ruft, 
Xlnb mit erfrifd^tem fersen fagen: 

9ler ift ein Äonigreid^ boK fiuft. 



Stein nein, bu fd^auft beftürst bamieber, 

Sägt tiefe Seufzer bon bir gel^n, 
9aS fleinfte beiner jarten (Slieber 

SQtug in btm Srauerftanbe ftel^n. 
^ie flagft bu übet fold^e Sad^en, 

3>ie man in allen Gärten brid^t? 
£ag fid^ baSfelbe traurig mad^en, 

Bo bir ein ühd Urteil fprid^t. 



Srienne bid^ nnb ferne Unnertj 

2>ag tDO ie^t %Iut unb SBfüte fiegt, 
SQ9o aUerl^anb SBegierben brennen 

Unb eine faule ^ursel liegt, 
aS toerben beine sarten fangen 

STid^t ftetig SRofenftodfe fein, 
55ei il^nen fättt \o\do^I baS prangen 

9U8 bei ber *»ofe 3ier unb ©d&ein. 



27 



3>rutn Tag mid^ beine 9lDfen bred^en, 
^eil l^ier nod& ©tocf uttf> Wüte ncu^ 
^^ K>einet K>erb id^ fetten f)>red^en, 

3)aS frifd^e.;®rag gibt toeHeS ^eu. 
^ontm, {omm, unb folge meiner £e]^re, 

2>ie 5DenuiS l^at eS aud^ getan 
Unb taufenb meiert "SOE^oSift bie (Sl^e? 

(Sin ffugeS "^Tid^tS, ein bloger ^Bal^n. 



28 



^ein (Engel fannft bu . . . 

Stein (Sngel, lannft bu mid^ nid^t lieben, 
3ft meine Slot bir nur ein ©aufelfpiel? 
^erlad^eft bu bcnn ntein betrüben 
Ilnb f^at bein ©rauf amf ein fein 3^^^? 

2>u fagft 3tpar biel \>on beiner ®ute, 
©od^ tDO ift g^rud^t? 

3ft beine ©unft nur lauter ^lüte, 
6d ift bein brennen nid^tg olg 3Daff erfud^t t 



^arum tpiTlft bu baS Sl^or berfd^Iiegen, 
3n beut bie £ie6e (Sinsug nel^men tpiß? 
2a% beine Brunft bod^ fidler fd^iegen 
Unb l^olte meiner Biegung fttlT. 

2>u barfft bid^ nid^t, mein (Sngeli fd^dmen, 
2>en <£]^ren))reiS 

^irb niemanb fonnen t)on bir nel^men, 
soweit id^ allein t)on biefem 2>ie6fta]^I toeig. 



@D barf bie ^urd^t bid^ nid^t berblenben, 
^S tjocnn ber @d^mer3 unubertpinblid^ fei, 
Sfd^ toeig bereits auS meinen Qänbtn: 
S)ie Slngeln reigen nid^* entstoei. 

2>u tDirft eis gelben bid^ begrügen, 
^cnn ettoaS 95Iut 

©feid^ mod^t aug sarten ^bem fliegen, 
©enug: bu toeigt, bag eS unS fadste tut. 



29 



TOin bein ®eu>lffen nid^t erfd^recfen, 
@o benl, bie Sugenb fei in &nt entbrannti 
^er tDirb in l^eigen ^ammcxi fteden, 
2>em eine £5f4ung ift befannt? 

<£g tDirb bcS "iUIter bolb berftoren, 
SQJaS 5euer ift, 

Itnb bu tDirft fold^eg beffer eieren, 
3Denn in ber SBIüt bu obgelül^Iet bift. 

Od^ tDÜgte nid^t, uxtS btd^ fönt neigen, 
2)ag beiner &^o% bu leine ^^eier gonnft, 
^d^! forge nid^t für einen S^ugcn^ 
^ei[ bu mein treueS Sieben lennftl 

2)ie Jtunft fommt ber ^atur 3U ^ülfei 
Äein 9lnfer l^aff, 

^tnn er gefenit im erften @d^i(fe 
Itnb nur bom @d^Iunbe nid^t u>irb l^ingerafft. 

2>rum lag bie @tu$en bon einanber, 
Qluf tDeld^en biefeS 6d^lDB fid^ rul^t 
3)u toeigt, id^ bin nid^t ^lesanber, 
2)er aUeS mit ber ^it^e tut. 

Od^ tDid beim ^nbd^en erft probiereni 
^cS Sanftmut fei, 

Itnb tt>D er fid^ nid^t toirb bertieren, 
^Sbann serbrid^t ben Sro^ bie ^QZad^t entstpel 

S^ortt 2a% bcS toarme dttsoaS fd^iegen, 
2)aS id^ geful^It unb nid^t 3u ncnnvx toeig, 
Sag biefen 9XeItar mtd^ umfliegen, 
SZtad^ mid^ in beinen Firmen l^eigt 

SO 



S)cin 9luge felBer lieget Stammen 

^ont blogen 2)unft, 
Sag unfre §i^e bod^ sufammetti 
SZtad^ mid^ befeelt burd^ gans erteilte (SunftI 

^cS l^Üft mir bod^ ein blog ^erül^ren, 
'30[^enn id^ bie ^^HüS bom 6ti)d( nid^t pfludCen foH, 
S>arf id^ bie fd^noben ^ätü>t sieren 
Xtnb fiUIen ni^t bcS gerse boH? 

SDerad^te nid^t bie anbem (Bfieber, 
^eil feines fd^Ied^t — 

6inb bir bie Ringer nid^t sutoiber, 
Metrum ift bir ber 3)aumen benn nid^t red^t? 



31 



Sl^rtftian §offmann Don §offmannStDaIbau 



9ltt fiifette. 



fiifette, iDirrft bu atte £uft 

^uf betner fd^U)anenU)eid^en SBruft 

2>er tPoS bertDegnen §anb berfagen, 

2>a mid^ bennod^ bein tDarmer @d^Dg, 
^Dtt aller ^enfd^l^ett quitt unb loS, 

@Dr[ bis an Ciebegl^imtnel tragen? 

(Bebenle, bag id^ burd^ btn Siu% 

®er TOotTuft reinen Äberflug 
Sugleid^ bir in ba8 §er3e brüdfe. 

<£g fül^It ein jebeg (Blieb bie (Blut, 

^enn id^ mit beiner fiippen 35rut 
2>en abgematten (Beift erquidfe. 

^irb meine (Bunft nun toeiter gel^n 
Unb l^eig entsüdet bor bir ftel^n, 

^irft bu aI8 giofe bid& auff daliegen ? 
*335enn bein berfiebteg 9luge lad^t, 
3>ort in ber SJIätter ^uxpvitpxai^t 

Sin )>erlenrunber Sau fommt fliegen. 

3d^ toeig, ba% bir burd^ ^QZarl unb %ein 

^cS füge ?Defen rinnet ein, 
Itnb bu nid^t mel^r lannft ftiKe liegen. 

®u fel^rft burd^ beiner 2tnbtn Wztt 

Unb ben getoolbten ^interberg, 
2>ag id^ mid^ tiefer foK berfügen. 



32 



fiifette, rül^re bid^ nur tool^I, 
Ob id^ gleid^ l^ier berfinlen foHi 

^^ tDiU in biefent (Stabe fterbcn; 
2>i)d^ bag nad^ einer @hinbe £auf 
3>ie Kräfte toieber fommen auf 

Unb id^ fann grogre (Sunft eriDerben. 

3tDar tt>eig id^, ba% burd^ gleid^e ®Iut 
2)u mir aufg ^eue meinen SDXut 

3u l^eigen Stammen lannft betoegen, 
"JBtnn bu aliS toie ein fanfter "ipful^I 
2>er faxten (BUeber SQXarmorfpiel 

SQSirft unter meine §üfte Tegen. 

Cifette» lag und fo berfd^ränlt 
Itnb gleid^ btn Äetten angel^enft 

®eift, @ee[ nnb £e6en t>on un3 ^pvi^tn. 
^rlenne, toie toir finb begfüdt, 
^eil eS ber gimmel fo gefd^idft, 

3)ag tDir in £teb beifammenft^en. 



3 9Ut, eitfli9«b<^fn. 33 



Cl^riftian §offmann Don goffmanntoaltatt 

9ln SKerinbe. 

9ttd^t fd^äme bid^, bu fau6ere ^elinbe, 

2>ag betne jarte ^einlid^Ieit 
S)er feud^te SKonb bertoeift In ein^ ^Inbe 

Itnb btr ben bunten (Sinflug braut 
©er große 95ert l^egt (Ebb* unb glut, 
^ag ^unber, toennS ber ^enfd^ ber fleine tut. 

2>ie ^tlid^Ieit bei beinen huntcn @ad^en 
Qot niemals beinen @d^ODg berfel^rt. 

^ie ^ufd^eln fid^ burd^ ^ntpux teuer mad^eUi 
@D mad^t bein @d^ned(enblut bid^ toert. 

^er liebt ein Sintenmeer tool^I nid^t, 

!3Q3ei[ man baraug Aorallensinlen brid^t? 

^ur einmal bringt baS gartet f^a^t unS ^XeReUi 
2>ein ^lumenbufd^ bringt^ monatlid^, 

2>ein ^ofenftraud^ mag nid^t bertpeRen, 
@ein 2>om, ber l^olt bei bir nid^t @tid^, 

S>cnn toag bie fanften Blatter mad^t, 

2>aS ift ein Sau bon ber gfol^annignad^t. 

Aannft bu gleid^ nid^t bie 2mbtn l^urtig rül^reUi 
£obt man bid^ bod^ im StiTteftel^ni 

3)er klugen ^lau toirb leid^tlid^ fid^ verlieren, 
^ann U>irft bu fein nod^ eing fo fd^ön. 

9Kan f ammelt, f prid^t bie ganse *2DeIt, 

qjiel beffre ^rud^t, toenn ftarfe SBfüte fäfft 

34 



£a% mid^ batum nod^ leine S^aften Italien. 

din Mnig nimmt bcn ^ang stDar ein, 
3>Dd^ mug er fori, toenn fid^ bie Gaffer fpdtten, 

2>er (Seift mug ausgesogen fein. 
Wian gel^ty toie iebermann belannt, 
Shtrd^g rote 9Keer in baS gelobte £anb. 



86 



Sl^riftian §offmann Don goffmannStDalbau 

SUn £auretten. 

Saurette, Metbft bu elDig @tein? 
BoU fortl^in unberlnü)>fet fein 

2>ein (Sngeltum unb betn (Erbarmen? 
Aomm lornnti unb offne beine @d^oog 
Unb lag und beibe nadt unb blo% 

Umsehen fein mit (Seift uno Firmen t 

2a% mid^ auf beiner @(i^tt)anenbruft 
2>ie oftberfagte £iebeS[uft 

§ier 3U)ifd^en ^urd^t unb @d^am geniegen. 
Xtnb la% mid^ taufenb taufenb mal 
^ad^ beiner güfbnen §aare ^a^l 

3>{e geifterreid^en £ippen fuffen. 

Sag mid^ btn ^itSbunb beiner ^rad^t, 
3>er @ammt unb ^ofen nid^tig mad^t, 

SZtit meiner fd^Ied^ten §aut htbtdcn. 
Unb toenn bu beine 2tnben rül^rfti 
Itnb beine @d^oog gen gimmel ful^rft» 

6id^ Suderfuge £uft eriDedfen. 

Itnb foHte burd^ bie l^eige SBrunft 
Xtnb beine l^ol^e (Segengunft 

SZtir aud^ bie @ee[e gleid^ entfliegen, 
©0 ift bein sarter ßeib bie 95a]^r, 
2>ie @ee[e toirb breibiertel Sal^r 

2>ein l^immelrunber $aud^ umfd^fiegen. 



86 



Unb tDer dSbann nad^ meiner 3^^^ 
3u liehen bid^ toirb fein bereit, 

Itnb Igoren toirb, tt>ie id^ gefiorben, 
.SXJirb fagen: toer alfo geliebt 
Unb in bent sarten @d^ooge ftirbt, 

$at einen fanften Sob ertDorben. 



37 



Cl^riftian ^offmann t>on ^offmanntoolbatt 

SUIg bie 9$enug . . . 

9119 bie ^enuS neulid^ fage 
3n bem ^abe nadt unb 6(08 
Itnb Cttpibo auf ber ®d^oog 
^on bem SiebeSsuder agei 
3etgte fie bem fleinen ^aben 
^rieS l0aS bie O^rauen l^obetu 

^amtorl^ügel \a^ er Uegen» 
$on ^egierben aufgebaut; 
&pxa^ 5ur Butter überlaut: 
SQSann loerb id^ bergleid^en friegen, 
2>ag mid^ aud^ bie @d^aferinnen 
Itnb bie tarnen HebgelDinnen ? 

SßtniS la^t auS t>oUem ^unbe 
Hber il^ren fleinen @o]^n, 
^tnn fie fal^ unb merfte fd^on, 

2>ag er tJ^aS bat>on berftunbe. 

(Spxa^: bu l^aft kool^I anbre ©ad^eUi 

2>ie DerHebter tbnntn mad^en. 

Unterbeffen Heg fie fpielen 

©eine Qanb auf il^rer ^ruft, 
^znn fie merfte, ba% er Suft 
§atte, iDeiter nad^3ufu]^(en, 
^i8 il^r enWid^ biefer Äleine 
^am an il^re sarten SBeine. 



38 



^S er ftd^ an fie gefd^mieget, 
@pxa^ er: liebet ^ütterlein, 
SDer ffot an baS biete ^eln 

<£ud^ bie SCDunbe sugefuget? 

^ügt ü^r SQSetber benn auf (Erben 

^lUe fo DerkDunbet toerben? 

^enuS lonnte nid^tö tnel^r fagen 
sai»: bu Keiner $ofel0id^t, 
.^ade bid^, bu follft nod^ nid^t 

9tad^ bergleid^en @ad^en fragen. 

iSOSunben^ bie t>on £ie6eS))feiren 

kommen, bie finb nid^t 3U l^eiTen. 



39 



SBeniamin Steuürd^ 



^n 6t)(t>ieit 



SBoS fTud^ft bU) @|)It>{a, toenn meine fd^loarse §anb 

Um bellten $ufen fpielet? 
6ie U>ar fo loeig oiS bu, el^ fie ber Siebe SBranb 

Unb beine ^ad^t gefül^Iet. 
9Iogt bu baS Steuer nnn in meine (Slieber ein, 
@o lann }a meine §anb nid^t @(i^nee unb Marmor fein. 
2>u f))rid^ft: fie l^at }a nid^tö 3U fud^en unb su tun. 

(Bar red^t. C^S foll aud^ bleiben. 
@ie fud^et nid^tS dS bid^, fie tt)ünfd^et blog 3U rul^n 

Unb ibren 6d^er5 5U treiben. 
SDoS Urfad^ l^aft bu bann, ba% bu bid^ fo beflagft, 
S)a bu bod^ biefe (Bunft ben ^Tol^en nid^t Derfagft? 



40 



SBeniamin ^leufird^ 



3>te fd^öne SeSbio. 



3>ie fd^öne SeSbia \a% mit gefd^ranlten O^ügen^ 
3P^r netter S^inger u>ar um @d^u]^ unb ©trumpf 

bemül^t) 
3d^ lonnte, idoS fie fonft bod^ |ebem ^ug entstel^t^ 

3>urd^ einen fül^nen ^Ixd in ftiher Suft geniegen. 

3>ie @eibe l^otte laum bem Marmor loeid^en muffen^ 
^S fid^ ber leidste SRod t>on il^rem Seibe fd^ieb; 
S>Dd^ oIS bie fid^re §anb bie loeige $ruft berriet, 

2>a XDotb id^ unt>ermerft in Ol^nmad^t l^ingerif f en : 

2>ie SUugen faulen l^in, bie $eine tt)urben matt. 
3>ie nadte @^lt>ia ftieg fidler in boB $ab, 
Gl^ id^ mein "^luge tonnt anS ber $erl0irrung ful^ren. 

Itnb aTfo tjoaxb fie mir lein gan3 entbedteS 2anb; 
3>Dd^ l^att bie blo%z $ruft mir fot>ieI ^aft tnU 

toanbt ^ 
^cS tt)ürbe @^(t>iuS erft in ber 6d^oog berHerent 



41 






Soad^im SBeccau 



"^luf eines SBereiterS §od^3eit. 

Sprid^, tDarutn tDoHteft bu bir eine fSSitttDe nel^nten? 
* Sft feine Sungfer mel^r, bie bid^ entaünben lannf 
9tttn, |ene pflegen fid^ t>ie( (eid^ter 3u bequemen, 

Itnb u>ei[ bu fold^e nimmft, fo tuft bu kool^l baran. 
S)enn U>al^r(id^ le cheval acheming 3U reiten, 

(Bel^ft bu nid^t ol^ne (Srunb bei beiner §od^3eit ein, 
(£8 treibt bie ^föbigfeit bie Jungfern an bie @eiten, 

3>ieä)ei( fie ntel^renteilS bod^ nur Raminques fein. 
6ie finb, greift man fie an, aK toie chevaux qui B'arment, 

SDo nid^t le Cave^on bie Escapades l^emmt, 
Itnb ob par les yeux fie gleid^ bie Äenner charment, 

60 reigen fie bod^ auS, tjocnn nur la gaule lommt. 
3>od^ ein cheval loyal {ennt alSbalb bie Seccaden, 

Itnb koeil eS chatoilleux, fo mad^t'S airs revel6s. 
G3 ift nid^t des deax coeurs, man brandet eS ol^ne 

B^dben, 

9Q5o nur ber Leiter nid^t gar ift ein bistournß. 
2>aS, l^off id^, bift bu nid^t; brum legS aufS arrondieren, 

3>od^ rend la main beiseit, fonft toirb cheval äbout 
Itnb forbert bann Don felbft burd^ Diefe Courbatüren 

^on Caprioles matt bie angenel^me ^ul^. 
2>od^ bie l^at (ange 3^tt. La langue serpentiue 

3eigt nod^ genugfam ^euer burd^ ebrouieren an^ 
Itnb glaub id^ nid^t, ba% bir f (angeS leiten biene, 

SUIg bein Alenzan clair all&vre l^alten tonn. 
^etrad^te felber nur les actions de beuche, 

SDÖoburd^ bein Piaffeur bir 3u berftel^en gibt, 

42 



Quil tr^s volontiers dans lit requis se conche, 

SDd feI6ft olg im harras ii^nt bie Ie$on beliebt 
Unb iDenn man nun aud^ gleid^ la seile für bid^ l^tte» 

De monier ä poil bift bu nod^ mej^r gelDol^nty 
^eitn ^XotfoH l^oTte bid^ nur feft ä les moUettea, 

60 tDirft bu t>0r (Sefal^r beS "^IblDurfS leidet berf d^ottt 
^dS bin id^ bod^ bemül^t, bir des legons 3U geben! 
3>u toeigt |a nad^ ber Stanzt unb aud^ nad^ ber ^tur» 
La main unb jebeS (Blieb 3U fenlen unb 3U lieben 

Unb oi\o lennft bu fd^on Manage de ramour. 



43 



®efte]^' eS nur mein ftinjb • . . 

®efte]^ eS nur mein S^nt unb Bd^Ie nid^t 3U Dief, 

(SetDig, bu toeifeft mir bcS erfte £ie6egfpie(; 

3>enn aI8 bein füger 9Kunb ein SDort Don ^93EKirfeIn 

fptad^i 
3>a bad^t id^ oHererft btn @ad^en taeiter nad^. 

@r tDÜrfelt gar 3U tDol^I mit feiner ^ugen ^aar, 
9d^ l^ort unb taugte nid^t, toaS baS gerebet toar. 
Snbem fo blideft bu mid^ gar 3U freunblid^ an, 
3>a bad^t id^ aHererft^ l0ie einer tDürfeln tann. 

3ft bieS bie SDÖurfetart, too mag baS ^rettf))ier fein? 
Snbem fo fül^rteft bu mid^ bei ber Qanb l^inein. 
C^S (ag mit ^ol^r bebedt^ id^ mad^t eS fanfte (oS 
Unb fe^te mid^ bamü auf beinen fügen @d^oog. 

^d^, bcS geliebte ^rett, baS mir geseigt u>arb) 
SQSar boppdt, runb unb sart^ toie Marmor toeig unb j^art» 
3>ie "klugen gaben mir bm testen SQJürfeKauf) 
3>er SHunb btn beften ©tein^ bm fe^t id^ füffenb brauf. 

SQJie l0o]^( koar mir babei, borauS^ mein Siebd^en, bir, 
S>tnn bu, bu fud^teft fetbft bie beften @pid l^erför: 
©idf»bad unb Äontra))uff, ^Jerfel^ren, ^uSunbein, 
©ie foirten unfere Äur3* unb fiangetoeile fein. 

44 



^nbtm fo tufeft bu: ad^ ftiH! id^ l^ore tDoSI 
S>ie S^rau, ^xan SKutter lommt, fie fielet, f ie merf et bog. 
Qld^, tDie entfetit Id^ mid^t ^d^, to>ie erfd^ratfeft but 
2>a bedien \x>ix in Sil baS SBrettfpiel toieber itu 

@o koar boS @pie( geftort. Srag oBer leinen Grotl, 
3eig mir bie SKürfel nur, im ^oll id^ fpielen foll. 
f!^x ^abd^en, (ernet bieS, bie i^r mid^ f))ielen fel^t: 
3(| 1^ bcn beften @tein in meiner Siebften $rett. 



46 



®tt fanfteS "Sianb . . . 



^VL fanfteS "Sianb, baS meinen (Seift beftridt 

Itnib meine S^reti^eit 6inbet, 
3d^ tDerbe ftetö burd^ frifd^e (Blut entsimbet^ 

@o oft mein ^ug auf beine 6d^ön]^eit bßcft. 

3(^ liebe bid^, ni<$t loeil bu feiben bift, 
9tod^ l0eil bie ^ttft bcß SQSeberS bid^ gefd^lagen^ 

9teini fonbern tt)eil bein ^tlaS iDurbig ift^ 
S)ag ^l^iliS il^n an il^rem ^ie getragen. 

3d^ lofte bid^, ba mir ba8 ©lüde rief, 

9Jon il^ren aarten ^abcxtf 
S)ie bie Statur mit toarmem @d^nee helobttt^ 

Ob id^ fd^on felbft in mein ^erberben lief. 

SP^r ^u% toaxb frei unb meine §anb t>erfd^rän{t, 
Sa, \DcS nod^ mel^r, mein ^erse felbft gefangen. 

3>Dd^ freut eS fid^, t)^cnn eS an bid^ gebeult 
Unb tDünfd^et nur, in beinem &^mnd yi prangen. 

3d^ l^olte bid^ bann f^bf^tt alS 3>emant, 

^8 *^erlen unb Rubinen, 
3>u mugt beg 9tad^t8 mir ftatt beS 5Kffen3 bienen, 

2>eg SageS trag id^ bid^ an meiner ^anb^ 

9m Sraume reb' id^ einsig nur t>on bir, 
Unb rx>adf id^ bann, fo bift bu mein C^rge^en. 

©enn ol^ne bid^ unb beiner ^^l^iliS 3*^^ 
Siann fonften nid^tS mid^ in Vergnügung fe^en. 



«B 



Srbmann Steuntdftet 



SZtabrtgal auf bie 6d^ür3enmobe. 

6te fangen rx>6^l red^t artge Wiobtn an: 

SHe eine fe^t ftd^ \oaS t>on (Selbe bran, 

2>ie anbere traget Sprangen, 

Unb bie ^rabantet @))i^en9 

2>ie anbte l^ot id^ l0ei^ nid^t \oaS bxan fi^en. 

2>ie näl^et fie mit il^rem ^mtn anSf 

2>ie eine ntad^t beS Siebften feinen brauf. 

@oII id^ baDon mein u>enig Urteil faden, 

@o möd^ten fie nod^ U>o]^l 5u bulben fein, 

^an näl^e nur bie SQSorte mit barein: 

§ier brunter ift ber näd^fte ^eg 3ur Rollen. 



47 



Sol^ann SBurd^arb ^en!e nad^ SBuff^-^tbutin 

1. 

Z^h i>ic li^r feTbet nld^t Dcrftcl^t, 
SOSoS il^r für Regung 6ei cud^ fül^(ct| 
Itnb bod^ inbeffen frül^ unb fpat 
SRit euren sarten 35anbett fplelet, 
3>antit il^r euren S^^f^^^^ ^^6^) 
60 fei eud^ Iura fo Diel gef abrieben: 
3>a6 Cieben ein 9Jerrangen Ift, 
S>aS nur bie Heben, bie koir lieben. 

2. 

Q^belfteS (Befd^Ied^t ber Grben, 
SUaer @d^önl^eit Hberflug, 
2>em bie'@inne sinSbar koerben 
Uxtb baS 9er3e bienen mug — 
Siebet, bod^ ba% eure ^^flid^t 
3n ber ©tiHe rx>ixb getrieben, 
S>cnn bie £iebe ftürst eud^ nid^t, 
"iUber tDol^l bie Säxt 3U lieben. 

3. 

SRan l^olt e8 inSgemein für fd^loer, 
S)ag tt)a]^re Siebe la%t in ^reunbfd^aft fid^ bertoanbetn, 

2>0(| baS befrentbet mid^ loeit mel^r, 
Uxü> mein id^, bie ^atur ntug rx>6i)l gar unred^t l^anbeln, 

SQSenn einer, ber fid^ lang oTS g^reunb l^t aufgef ftl^rt, 

^uf einmal einen Srieb t>on Siebe fpürt. 

48 






4. 
3<$ bin bemül^ty (StUotinbttx ansutreiben^ 
@id^ 3tt ber 3<^]^( ber Siebenben su fd^reiben» 
allein fle ntnnt e8 eine fd^toere fiaft 
Unb fprid^t, fie fei nod^ nid^t barauf befTiffen, 
SKiH aber tool^I Don mir bie ^Regeln ioiffen. 
Cl^Iorinbe, tDO bu Suft 3U Heben l^aft, 
@D u>irb fid^ fd^on bie £iebe nid^t entfernen, 
^d^, liebe nur, fo toirft bu Siebe lernen. 

5. 
Sftagft bu^ koeld^e t>on bcn beiben unfrer Siebe ntel^r 

fleniegt, 
S)te im Sieben unerfal^ren ober bie erfal^ren ift, 
@o ift meine SQXeinung bie : beibe toerben bid^ beirügen, 
"^ber iene bringt mel^r 9lu]^m, nnb bie (e^te mel^r ^er« 

gnugen. 

6. 

»ie, ©^riDia? bift bu bmn offseit aufrieben? 

Uid> Kagft bu über mid^ gar nid^t? 
25erfid^erte Siebe toirb fd^Iec^t unterfd^ieben, 

^0 man bie ^nid^te fidler brid^t 
^tnn foH man fid^ l^ersen, fo mug eS aud^ fd^mersen» 

^er eifrig liebt, bem U>irb e8 fd^toer. 
^d^ @^ßt>ia Hebet mid^ fd^toerlid^ t>on fersen! 

^arum? 6ie trauet mir 3u fel^r. 

7. 
9tid^t meine, Cl^IoriS, ba% bein '^Ztann 
Un8 in ber Siebe ftören lamu 
©ein Ctifern ift nid^t 3u Derbammen. 

i 



^znn er bermel^rt ber Siebe ^rud^t 
Unb bringt burd^ feine C^iferfud^t 
UnS beiberfeitö in t>ottc ^ammtn. 

8. 

2)u mad^ft) bag bu berbäd^tig bift, 
©amit bid^ 3>amon nid^t foff frebentfid^ Derlaffen — 

"^Id^, braud^e leine fold^e £ift 
Uxü> liebe red^t ux\b gut, too man bid^ nid^t foK l^affen, 

3>enn burd^ ^erbad^t nx\b folfd^en @d^ein 
Ötrftidt bie Siebe Meid^ in sarten SStüten — 

@oU bcS 9!}ergnügen boKig fein, 
@o mug ein ^erse fid^ auc^ t>or fid^ fefber "^üttn. 

9. 

£edbia, id^ foK Dtr fagen, 

30ie eS fommt, ba% toir ftetS fTagen, 

^(fo gib mir nun (Sel^ör: 
(Einer f^at ftetS @d^ulb t>on beiben 
^cnn inbem l0ir beibe (eiben, 

Seibet einer immer mel^r. 

9Ber nid^t me^r tut, 

5UIg tocS man fobert, 

§egt eine <SIut, 

2>ie laum nod^ looert. 

2>Dd^ burd^ SBegier 

Aommt einer ftetS bem ^nbem für. 

Sa, ber erl^ält 

^ei Sieb unb JMege 

50 



3tDar U>o]^( bcS ^db, 

2>Dd^ iDcnig ©lege» 

SDer nur bie Wld^t 

Itnb fonft nid^tö ru^mlid^eg berrid^t 

11. 
iBu bilbeft bir, mein Heber ötrepl^on, ein, 
9118 bürfeft bu alTeln treubrüd^lg fein. 
2)od^ mugt bu nid^t t>on beiner S^rau hdtnncn^ 
@ie fei aud^ ein serbred^Iid^ 2>ing 3U ntmttni 

12. 
Ob man bie Siebe gleid^ für einen SSteifter fd^a^t, 
3)er w^ fd^on für fid^ felbft genug lann unterrid^ten, 
@o forbem bod^ babei ber Siebe fd^u>ere ^fTid^teUi 
2)ag bn bcm anbem fagft^ toaß bid^ in Rammen fe^t. 

13. 
Üf) man einanber nod^ red^t Itnnt^ 
^egt man fid^ @ie unb @ie 5u nennen^ 
^ein u>enn toir ung beffer Unncn, 
@o ift unS fd^on toeit me^r Dergönnt; 
S>tnn 6ie unb 6ie flingt stoar galant, 
2>Dd^ 3>u unb 2>u ift mel^r touchant. 

14. 
Su frageft mid^, geßebtefte Sifette, 
Ob id^ bid^ lieber tot alS falfd^ unb untreu l^ätte^ 

6o nimm bie ^ntlDort ein: 
9d^ to>onte tt)D]^I mit Suft mein 2tbcn für bid^ geben, 
hingegen tt)irft bu mir t>ie( lieber ol^ne £eben 

^g ol^ne Siebe fein. 

♦• 61 



15. 

SBenn id^ ber Siebe ^^rud^t 6ei blr geniegen U)!!!, 
60 f))ri^t bu: l^offe nut| eg Heben il^rer t>ie() 
3>ie bent Verlangen felbft gemegne ®ren3en fe^en. 
^un liebet ieber sixxir fo ipie er eS berftel^t, 
Od^ aber glaube bieg: U)er niemals toeiter gebt» 
3>en ntug bie Siebe felbft für einen Qtümpzv fd^a^en. 



62 



Sl^riftian ^v. ^unolb 



3>ie @d^i)og. 



3d^ bin bog ^arobieg, bor bem bie Aeufd^l^eit toad^et, 
On beffett (S^Qcnbm bie £ebcnSfrud^te blül^ny 
SQ5o ttttfet fiebert toirb toie Steuer angefad^et, 
2>abei bie @öl^ne fid^, toie "^am, gerne rnül^n; 
Sin gutes ^^elb, bcS nur geratne ^^rud^te bringet, 
(Sin ©arten, ben ber Sau ber ^TOoKuft überfliegt, 
Oa, ber bie "^Inntut l^at, bie alle ^elt be3tt)inget, 
Unb beffen SJrumenfelb fein eigner ^n% begiegt; 
(Sin ^eer, tDO (Sbb unb ^ut bent ^onbenrauf e greid^et ; 
(Sin f))iegelgratteg (SiS, tDO aud^ ein ^iefe fällt; 
(Sin §afen, ben bergnügt bie S^dferflott erreid^et; 
®ie 6d^ule, bie man nur für funge SZtänner l^oTt; 
©er fiiebe SKufterpIa^, bie SKannfd^aft anSivMen; 
(Sin Stoinger, toel^er 3U, bod^ nid^t berfd^Ioffen ift; 
2>ie ^a^Iftatt, too \do^I aud^ ein @imfon ift geblieben; 
2>ag @d^ü^en^aug, in bem ein jeber gerne fd^iegt, 
(Sin ^ergtoerl, toeld^eg ®orb unb @ilberabem lieget 
(S)ie SBünfd^elrute f dalagt oft alTsu l^eftig an); 
Sin £anb, baS unbefät aud^ leine ^^rüd^te traget; 
(Sin ^bgrunb, too bie *335elt bie perlen fifd^en fann; 
©er 3Känner grogter 6d^a|i liegt oft in meinem 3^ad^e, 
©enn baS ^eJ^oItniS bin id^ eigentlid^ basu, 
©rum l^olt bie ©iferfud^t bei mir fo fd^arfe SDac^e, 
©amit bemfelbigen fein ^rember Eingriff tu, 
©er fiiebe 9lul^eftatt, bie Hegt auf meinem ©runbe, 
S^r 5orft, in toeld^em fie bie fd^onften S^hel lagt, 
©ie SKänner finb babei bie beften ^dgerl^unbe. 



6S 



S>tnn tl^t bertDegner (Bctft ift immer unbersagt. 
SDenn id^ berfd^Ioffen bin, fo gel^t ble £uft im £eibe, 
Oft tDetben gar barum bie £änber ruiniert 
Unb fpinnen Srauerf(or anftatt ber tDcigen ©eibe, 
SQ3etI meine ^ufd^el nid^t btn Sl^ron mit ^rlen jiert. 
^ur eineiS ärgert mid^, ba% aud^ bie ^nber b>iffen, 
^cS bie GrtDad^fenen in meinem (Barten tun, 
SQSie fie burd^ il^ren %au mein ^lumenfelb begießen 
Unb mit ber grögten £uft auf biefem ^ette rul^n. 
^d^ I5nnt id^ biefer %rut umn^c "^ebtn ftillen! 
®in ^orfd^Iag fallt mir ein: id^ toxU bemnäd^ft einmal 
fS^x ungetDafd^neS SZtauI mit meinem SQ[5affer füllen, 
SQSer tDeig) befrei id^ mid^ baburd^ bon meiner Qual. 
3)od^ meine ^löge geiget ie^t mid^ ftille fd^lDeigen, 
2>rum l^üll id^ loieber mid^ in meine 2>ed(en ein 
Unb tDill nur tu)d^ mein Sun baburd^ gebilligt seigen: 
^0 Blumen follen blül^n, mug Sau nnb 9legen fein« 



64 



Cl^riftian 3^r. gunolb 



gilf Timmen tt)e(d^en ©d^mud . . . 

^tlf ^immel ! toeld^en @(|^mu(I ber perlentDeigen (BHeber 
£ieg ntid^ ber yixit £et6 an feinet SBIoge fel^nt 
3>ie SBrüfte Togen l^ier gans ungetDol^nlid^ fd^on, 

2>te ganbe fpi^te fie am SBaud^e l^in unb iDieber, 

@te l^itb baS eine %ein 3u Ukifd^en auf unb nieber, 
3)a^ mir haS ^arabieS red^t offen lonnte ftel^n. 
8^ f<t^9* "^malia, tag mi^ bix^ •tu bir gel^n, 

^ein fo @d^am alS ^oxn berftimmen meine £ieber. 

^d^ 5DenuiS unferer 3eUt 3)u bift S>iana nid^t, 

S>ie in bem "^twmvx gleid^ baS SobeSurteil fprid^t, 

2>od^ fud^t bein ftrenger (Brimm mein £eben ju Derf Ursen. 

60 fällt 9Xar3iffu8 bort in 95runnen, ben er fielet : 
!3Q3eiI nun mein ftolser (Beift 5u gleid^em ©piegel 

fliegt, 
@o lannft bu mid^ sur @traf in beinen SBrunnen ftürsen. 



55 



^. 9. im .Gd^Ufifd^en ^elicon' 



5ltt giofetten. 



9Id^ lontm bu sucferfüge ^tunbe^ 

SQ3a8 fäumeft bu? ac^ lomm l^eran, 
3)ag id^ auS bet 91ofetten ^unbe 

2>er £iebe f^idep faugen fann, 

S>a id^ bon l^öd^fter SQf^oauft boU 

^or intern (Blans oIS !ZDad^3 serfd^melsen foll. 

Sritt l^et, bu gimmelSbilb "^lofette, 
3)le ^ittftetttiS bringt fd^on l&erein, 

Srunt tDirft bu mir In meinem ?3ette 
9Ztein ^ngelftem unb @Dnne fein. 
SQ3ag ad^t tc^ benn ber bunllen 9tad^t, 
^enn nur mein £id^t unb @onne bei mir toad^t 1 

(&xqnxd mid^ nun mit "^Imbralüffen, 
3^üg beine Sruft 3U meiner Sruft, 

2a% alit (Blieber l^eut serfliegen 
^on biefer l^oniggleid^en £uft, 
Unb tag ben lUiemoeigen £eib 
@ein l^eute nid^tS olS meinen B^U^^rtr^il^* 

g^oK id^? e8 fielen feTbft bie (Engel 

SBer taumert nid^t bon einem ^enug«SrunI! 

Qd^ bin ein 3Kenfd^, brum l^ab id^ SKdngeT 
Unb fül^Ie füge Jh^elung. 
S>od^ fall i(b, olSbann faß id^ blog 
3n belnen ^rm, mein Äinb, unb sarten (Sd^oog. 



66 



»ed^Iefifd^er ^eHcon' 



S>er gtüdUd^e ©d^ogl^unb. 



Vd^ Ainbi tt)ie lannft bu bod^ fo undarml^ersig fein! 
^enn id^ bid^ fuffett toUI, fo toeid^eft bu surudCe 
Unb retgeft burd^ ben SBIi^ ersümtet ^ugenbHdfe 
3>en ^au bet fd^önften Hoffnung ein. 

3nbeffen tut bein ^nnb^ toaS id^ nid^t tt)agen barf, 
Mdampo fugt fein ^aul su beinern satten SZZunbej 
S)u gonnft il^nt ntand^e £uft unb angenel^me ®tunbe» 
Stur gegen mid^ bift bu fo fd^arf. 

§at meine £iebe benn nid^t einen beffern (Bninb? 
GoU eine ^eftie mein fügeS 3^^! berl^inbetn? 
^^^ l^dte mid^ bod^ nur, um meinen ©d^mers 3U linbem, 
5um toenigften toie beinen gunb. 



67 



»ed^Icfifd^er ^elicoii' 



3d^ mug tS tDol^C geftel^n . 



3cl^ mug eS idoI^I gefielen» betliebte ©olimene, 
3>u tuft 3u £inberung ber angenel^men ^in, 
@i) id^ bit je^t geflagt, mit mit je^t siemlid^ fd^öne: 
3)u räumeft mit bein §er3 3u teeinem fiager ein, 
SS ift ein füget Ott. allein, betbul^Ite @ee[e, 
fji^ fog eS gtatt l^etauS; ®3 fielet mit nun nid^t an. 
aS hegen anbte fd^on in biefet ^lofenpl^Ie^ 
3>ie £ieb unb (Eifetfud^t nid^t um fid^ leiben lann. 
^ot biefem l^ah id^ bid^ 3tt)at oft banim gebeten, 
^S mid^ ein ftatlet Stieb 3u beinen ^ieen tig, 
©a feuf3t' Id^: la% mid^ einft 3u blefen 9lofen tteten 
Xlnb offne meinet ^avb bein fd^oneg ^tabied. 
SXun obet mag id^ nid^t in biefen tSavtcn lommen^ 
(&S finb fd^on anbrt ba» bie l^aben 3toeifetöo]^n 
3>ie J^eften SBIumen längft bom 6tod(e loeggenommen, 
Unb olfo bau id^ mit ba leinen SQf^oIIufttl^ton. 
3>et Ott) an toetd^em fid^ mein §et3e foß betgnügen, 
9Ztu6 ftetS betfd^Ioffen fein unb mit nur offen fte^n. 
^0 anbte SQ[5ol^nung l^aben, ba mag id^ nid^t liegen, 
^ein @d^a^ mug nut allein mit mit 3U %ette gel^n. 



68 



Oottlieb 6{egmunb Sonoinud 



Qln ben eifetfud^tigen £eanber. 

fieanber, (ag bie ®otgen falzten 

Itnb fteKe beinen (Eifer ein, 
2>u lannft bie tollen (BrilUn fpaten 

Xlnb fold^er uberl^oben fein, 
Sd^ lontme bir nid^t in bie Slanlen, 

SDoS beigt bu bid^ mit mir l^erum? 
2q% bod^ bie tl^&rid^ten (Bebanlen» 

3>ein ^dbd^en ift mir \>iü iu bumm t 

2>u b>irft tS^ seigtenS bie (Bebärben^ 

Ol^nfel^Ibar tDol^I nod^ bor ^erbrug 
3u einem SBafUidlen toerben^ 

3>er enblid^ gar serberften mu%. 
SUd^! laufte nur nid^t in bie §ö^en, 

^mn man su beinem ^äbd^en (ad^t 
Unb mit il^r bann unb Ukinn ein (S^bS^cn 

SQSietDol^r bir nur sum @d^er3e mad^t. 



60 



Oottlieb 0{egmttnb SorbinuS 



^uf einen unfd^ulbigen 9Ie6enbu]^Ut. 

— — — - - 

^uffd^en» tDifd^ bir bon bem 9XaSd^en 
3>od^ ben SRo^, ben matt nod^ f^aut, 
Sl^e bu betnebteS QcSi^m 
S>i^ bei ®t)[üien inS S^aut 
fZDiaft tDie grogeiS SQSUbpret fetten, 
fiauf, fottft laS id^ Metlid^ 
2>id^ barauiS mit §unben l^e^en, 
et)Ibia ift nid^t für bid^. 



fZDoS foCI tl^t bein gelber &^ndbdy 

3üngeld^eni probiet cä bod^i 

Ob bu tt)o^I big an ben ^abel 

Ober ettDoS tiefer nod^ 

^annft mit beinem Sßotfd^d^en langen, 

3>od^ beileibe saubre ni^tl 

9nein! "ZDie tDiKft bu Reifen fangen, 

3>a ber @))renlel bir gebrid^t! 



Str id^ nid^t, fo flebt ber 3^^^ 
3>ir nod^ toirüid^ am (Bebig» 
3>en nod^ näd^ft bir armen ^djUndcx 
©er Ärifril^al^n fd^anen lieg. 
®i, tDie ried^t bein ^tem füge, 
3>er nad^ ^utterbie^e fd^medCt, 
Unb bon V^P ^^i> bem (Bemüfe 
Und bm ^Xad^fd^mad( nod^ entbed(t. 



60 



Sft bet ^opel avS bet 3tafe? 
§at bie ^ul^me bid^ gcbürft 
Xlnb tDad bit im (Brinbe fage 
9Hit bem 3)aunten tobge!ntrf d^t ? 
£e})fd^t kDiOfft bu }ut gungfet gelten? 
6inb aud^ beine ^öSd^en rein? 
£ägt bu beine ^uppe [teilen, 
2)ie jaloux barübet fein? 

(Brogenoad^fneg ^rauensimmer 
spielt mit feinem gampetmann, 
S>znn bie ^ungfem fud^en immer 
Ginen bärtgen Sourtifan. 
®i, ber ^ffe mug bi^ Irellen^ 
2>ag bu biefeg fd^one ^inb 
SKiHft 3u 6terfenj)ferben ftellen, 
©ie fiir bid^ aum leiten finb. 



61 



9ltartin ^ranbenburg 



Über bcn Don allen ©d^ogl^ünbd^en su 6e« 
Ilagenben ^bfd^ieb eineä artigen 3oUi^« 

Stommt^ ifft artigen (Sl^amtanten 
3nit ben fpielenben ^laifanten 

Unb bellaget eure ^ot, 
@eib betrübet, il^r ^rüneKen, 
3tebft ^ImourS unb ^orabeüenl 

<£uer goifie ift tot. 

£affet taufenb ^ünbd^enS greifen 
unb tt)ie ettDoS ^reS loeifen, 

2>ie ein ^rauensintmer liebt; 
S>ennod^ toirb bie ^^rage falten, 
Ob eg unter biefen SUIIen 

3tDeie feineg gleid^en gibt. 

(Srftlid^ toar il^m leine @d^anbe, 
3>ag er bon bem ^aterlanbe 

^tid^t ein 95oIognefer l^ieg, 
SQ[5eiI baS (Blüdf, i^m liebsulofen, 
53ei ben eblen ^ernau»9lofen 

^n bie SKelt erblidfen riefe. 

3)ie (BeburtS« unb iebtn^timbe 
^id mit atlerbeftem (Brunbe 

gn bie fd^öne ^rül^nnggaeit, 
S>enn fie ntugte propl^eseien 
^on bem lünftigen ®ebei]^en 

©einer luftgen ^rtigleit 

62 



^cS bie Gltem anberanget, 
gat et mit bem ^ul^m gepranget, 

S>a% man bon il&m fagen fann, 
SQ5ie er feinen 9Jater fannte, 
l^Deld^en el^entalg ©erbante, 

sarg bie gHutter, lieb getoann, 

35etbe loirb man Beffer fennen 
Unb borrfommen artig nennen^ 

SDSJenn man fid^ bor SUugen fteKt, 
^ie bie ^al^r^eit al^nlid^ fd^eine, 
®a§ ein 9l})fel inSgemeine 

^lid^t fo toeit Dom 6tamme fätit. 

^eiSIid^ tDären feine (Sliebtt^ 
?lber bennod^ l^in unb toieber 

(StiDaS brdunlid^ untermifd^t; 
©eine 9Kunterfeit unb Sd^erae 
^at in SKal^rl^eit iebeS gerae 

3um 95ergnügen angefrifd^t* 

60 biel ungemeine (Sahen 
hofften einen Siter l&aben, 

©er fid^ reimte mit ber Sat; 
©iefeS ift ber fd^one 3lame, 
©a il^n eine Huge ©ame 

Qoifie genennet l^at 

Unter breien, bie geboren, 
^arb bieg ^ünb^en auäerforen 
Unb beg ©rüdfeg ^aborit, 



63 



3>a im (Gegenteil bie anbem 
fugten nad^ bcm 3>orfe iDanbetn^ 
!3Q5i) man ü^ren SJdter fielet. 

^e S^ugenbcn su loben, 
!3Q[(itb notoenbig aufgefd^oben, 

2>enn ed fel^Iet an ber 5^^^; 
2)Dd^ nur ettPoS 5u berul^ren, 
Itnb bte grogten ansufül^ten, 

geiget ^^flid^t unb ©d^ulbigleit. 

Statin bie 2>an!bat!eit auf (Erben 
@onften laum gefunben tt)erben, 
3Dar fie bod^ fein größter ^ul^m. 
SSlug bie Sreue fid^ berfried^en, 
gatte fie bod^ O^U^^^^^ 

(Bleid^fam afö fein (Eigentum. 

2>enn man fal^e biefeS günbd^en 
^immermel^r ein ^iertelftünb(^en 

^uger bem getool^nten 6(^oog, 
2)a eS tonnte fidler liegen 
Unb beftänbig mit 3}ergnügen 

£ebenSunterl^aIt genog. 

Hamburgs tDeltberul^mte (Baffen 
§at er neulid^ feigen laffen, 

2>ag er fd^on unb artig fei; 
©iefem SengniS avS ber ^eme 
£eget aud^ bon fersen gerne 

Lüneburg fein ^otum bei. 



64 



^ber mug iDol^t auf ber (Erben 
dÜDcS angetroffen toerben, 

SBeld^eS lange bauern lann? 
Soified^en l^at'g erfol^ren» 
S>enn nad^ skoeien biertel gal^ren 

3ta§te fein Sermin 5^ran. 

(Sben toarenS breimol fieben, 
2>ie tDir im Oftober fd^rteben, 

"sUIS er unbemtutlid^ ftarb 
Unb ftd^ in bent fd^önften (Barten^ 
S)ie ^ertoefung 3U ertoarten, 

(Sine fül^re (Bruft enoarb. 

Äommet alfo, il^r Cl^armanten 
9Kit ben fpielenben ^laifanten 

Unb beiraget eure ^ot» 
6eit betrübet, il^r SrüneKen, 
Stebft SUmourg unb S^orabellen: 

(Euer golfie ift tot. 



5 9(ei, ettfRo«(bt(en. 65 



/« 



Regina ^aria '^fil^erin 



52luf btn Sob beS ©d^ogl^unbd^eniS 

VHan raubt mit o^ne B^vHb mein 2ehenf 

^ief Aaifer SituS, cdS er ftarb; 
Uttb ^lat^eburg loirb S^wgniä geben, 

3>ag "^Imourettd^en fo Derbarb. 
(Ein 9Xafd^er bleibt oft ungerod^en, 

3Bie gern er \x>cS DerbotneS frigt, 
©a nur ein Seind^en, nur ein Ihtod^en, 
S>cS il^m ben sarten §afö burd^ftod^en, 

S>er Sob bon ^mourettd^en ift 

3>od^ ftirb nur, l^oIbeS ^mourettd^en, 

@tirb, tDeil eS fo bein @d^id(fa( l^eigt, 
(Benug, bag bid^ bein 6terbebettd^en 

^id^t gänstid^ bon ber (Erbe reigt 
6inb beine (BKeber fd^on Derborben, 

@o Hülfet bein (Bebäd^tnid bod^, 
3>enn tt)er ber 3>amen (Bunft ertDorben, 
3ft, loenn er ftirbt, nur l^alb geftorben: 

Sn il^rem fersen ItU er nod^. 

®in SQSibber trug dnft gülbne SQSoHe, 
3>ie gab man für toaS rareS au3, 

9Ztan fd^rieb il^n in ber ®temen ^ofle, 
9Ztan l^ing fie in ein (Sb^crifyxuS. 

fd^riebe bod^ bie Rügfte ^eber 

3>ieS günbd^en aud^ ben @ternen ein, 



06 



6o tDie ein auSgeftopfteg 2tbex 
^ud^ fonber Stitt unl) ol^n (Seaber 
HniS foH ein etDtgS 3>enfmal fein. 

SDol^t unSt bte ^unfd^e finb geraten! 

3>et ganse sptnbuS regt fid^ fd^on! 
9ltan fingt bon "iUmüutettd^eng Säten 

@ügat auf 9toftod(g ^elifon! 
SZtir a6ety bem baS (Sind siüoibeti 

Sltit, ber id^ ntul^fam reimen fann^ 
Sllir fd^Idgt bie ^urd^t ben ©riffel nieber, 
^mn l^ier finb fo biet Gd^iDanentieber, 

!3Q9er l^ort ber (Bänfe @d^nattem ant 



&• «7 



SDOitteünb-ltoromanbel 



^tt g^fcuretten. 



9Bag quäteft bu bie !(emen 2)mger 
Unb fd^nürft fie inS (Sefängntö ein? 
(Ertaube bem barml^ersgen S^inger, 
2)ag er barf il^r (Erlöfer fein. 

^it Unrecht l^aft bu fie berbammeti 
@ie l^aben bir |a nid^tö getan, 
Aein gei(ed ^eur l^at fie befTammet, 
@ie gel^n nod^ auf ber Unfd^ulb SBol^n. 

On biefer engebrüftgen Alaufe 
§at fid^ il^r 2cbcn gan3 berftedEt 
Unb unter ber vermummten ^aufe 
^it ^ngft unb @euf3em 3ugebedEt. 

@ie finb t>on Sraurigleit gefd^toollen, 
@ie toanlen sittemb l^in unb l^er, 
Unb tDenn fie ^tem fd^öpfen tDoIIen, 
^ie brüdEt fie bann baS ©itter fd^toer. 

lag bie fugen Zvauhcn fd^auen, 
Sag fie auS ü)tex üdtcv gel^n, 
Srifft fie Verliebter 53Kdte Zauen 
^ag giltS, fie reifen nod^ fo fd^ön. 



68 



i&oülitb Siegmunb <Eort>inttd 



©et fd^Hmmc Sraum. 



Sag mtd^ fci^tafen, liebfte @eele, 

30irrft bu ttid^t aufrieben fein, 
S>ag id^ mid^ am Sage quäle 

Unb mein §et3 biet taufenb ^ein 
S>einettDegen mug ertragen? 

@o[[ mid^ nod^ ein @d^attenf))ie( 
^it verliebten Sräumen ))tagen? 

<Snge(dIinbI boS ift 3u biet! 



Tonnen bod^ berl^agte @Itat)en, 

30eir bog ©d^iff im SUnfer Hegt, 
95ei ber Stad^t gerul^ig fd^Iafen, 

Od^ altein fd^(af unbergnügt. 
^ud^ bie ^ad^t tx>iU mid^ nid^t fd^üfien, 

^enn mein §er3 erfal^rt babei, 
S>ag eS mug erbarmlid^ fd^tDi^en: 

Sag unb "älad^t ift einerlei 



*BJenn ber überl^dufte Äummer 

deinen fd^toad^en (Slieberreft 
3a 5ule$t in einem 6d^[ummer 

sauf baS SBette finfen lä&t — 
@d^taf id^ bod^ auf f^atobS Steinen, 

^enn ha \Dxtb mix bei ber 9Xad^t 
(Bteid^ \Daä in bem Sraum erfd^einen, 

S>ag fid^ (Sngeln äl^nlid^ mad^t. 



69 



ScÖ barf 3ti)ar im gimmel ftclgcn, 

3DeId^er beinen @d^oog umfd^Ieugt, 
^eil bebt gutigeS iBeseugcn 

9Kir im Sraum bie Cciter toeift, 
Itnb gctticSe 3^*^^I^6ett, 

©oS mir bclnc farge §anb 
QXimmermcl^r tolrb loyad^mb geben, 

©enn bu bift x>on S>iamant. 

5lmor lägt mid^ trdumenb fiegen, 

3>entt id^ fel^ ber ^olmen fatt 
9tttf ber toeigen ^ol^Iftatt liegett, 

3)ie mein ^rm erf ödsten l^at; 
Uttb bei meinem fügen ©d^Iafen, 

^em fid^ SZlaft unb ©egel regt, 
ßduft mein ©d^iff in beinen gafen, 

3>en bie 5DenuS angelegt 

3d^ befd^iff bei 6turm unb 95n^en 

3>eine ntnex\nnbne 3BeIt, 
SDÖenn bie bellen um mid^ ]pn^en 

Unb ber @d^aum xnB ^ette foUt, 
2artb id^, el^ id^ mid^S berfel^e, 

^n ben 3wdterinfefn an, 
@D bag id^ fie in ber ^Üal^e 

§albent3ud(t befteigen lann. 

SQßenn id^ mid^ mit Srdumen paaxe^ 
^inb id^ feinen SDiberftanb, 

S>en id^ oft bei Sag erfal^re; 

9tnn im @d^[af bcurf meine §anb 



70 



^d^ ber ^ur))unnufd^e( greifetti 
3>ie betn Ufer au^cfdt» 

Sa» id^ mag nod^ kodter greifen» 
SDeil mir oHeg offen fielet. 

9l&er ad^I \Dtnn id^ erkoad^et» 

@in{et mir mein fteifer SUtut^ 
Ob id^ gleid^ im @d^iaf gelad^et 

Xtnb eS mir nod^ fanfte tut, 
£dgt mid^ bod^ ber (Slavbe (efen, 

S>er mir in bie ^ärtbt lommt» 
2>ag mid^ nitr ein fd^äumid^t ^efen 

$ei ben Sräumen überfd^toemmt. 

SQXeine ^lieber finD gefd^togen, 

Xtnb ber aitSgebrod^ne @d^tDeig 
^tel^et» bag i^S tanm mag fagen» 

^uf bem £eibe tropfeniDeiS. 
3d^ lann laum. bie 2extben rubren, 

^tnn bie Öeifter finb bol^in, 
Xlnb mid^ auS ben Gebern fül^ren, 

SEDeil id^ matt unb mübe bin. 

3>rum fo fteHe, liebfle ©eele, 

j^nftigl^in bein hartem ein» 
S>a id^ mid^ am Sage -quate» 

2a% bie ^ad^te meine fein; 
@id^ am btogen @d^atten lahcn^ 

Sft ein CiS, bcS balb serbrid^t - 
^Q9aS id^ nid^t foH toad^enb l^aben» 

SQXag id^ aud^ im Sraume nid^t. 



71 



Sol^ann S^riebrid^ lieberer 



^ebe einer fd^tDangern Sod^ter» tDefd^e auf 
il^rer eigenen gottlofen Butter @c^oog bie 

a^Tt verloren. 

31^r @tentel l^etft: id^ fterb in unsud^tooHen Rammen 
SUuf meiner (ofen Butter ad^t berfTud^ter @d^oog. 
©ie fd^ränf et ^ein unb ^ein unb Sllrm um ^rm su» 

fammen, 
@ie l^äufet @d^anb unb ©d^impf unb mad^t mid^ 

el^retiloS ; 

3d^ mug ber 3^^^^^ f^i>i> <^n t>^^ ft^ ungerod^en 
S>en @d^tDefe[ geiler Brunft bem ^ul^Ier 3Ünbet an, 
9tun Ift mein 3^euer3eug mit ©tein unb 6tal^I ser» 

brod^en, 
S>ag leine Sie&edl^anb red^t ^euer fd^ragen lann. 
SUd^, ad^, auf l^eHe (Slut \x>xxb l^ollifd^ 9laud^tDerI 

brennen» 
S>er (Srbe leufd^er (S^x ift Unsud^t eingeftedEtI 
Gin (Bartner, ber fid^ fonft SBaronen gleid^ barf nenneui 
§at meiner ^lume ^tut mit ©d^toef et blau befTedtt 
SHein Äleinob ift berf d^erst, bie Sungfemf d^af t geftorben, 
S>ie in ber Butter ©d^oog il^r (Brab gefunben l^at. 
^aä an mir TiebenStDert, boS äüeS ift berborben 
S>urd^ meiner Butter @d^ulb, burd^ il^re ^pptertat. 
SOicS l^at bid^ Sigertier, bid^ Seufetöl^ers betoogen, 
3u lofd^en geile (Blut an meiner feufd^en 95rttft? 
(£in ^ed^fe( l^at bielleid^t ben blinben (Bei5 betrogen, 
(£in ^ed^fel, ber nur (S^t bertaufd^t mit ^ul^terluft, 
^it £uft, bie meine SBruft ganj graufam enblid^ quälte, 



72 



06 glcidf bic Sül^elung burd^ (eibc Senben tief, 
Ob er gteid^ taufenb ^g auf meine Sippen säl^tte 
Unb ftetS: o ^immersbirb, o CiebeSgotfin rief. 
3He Äuffe toaren Qual, bie *3Q5orte 2)onner!eUei 
S>ag olfo ^unb uxtb O^x il^r 9lntei( l^olb t>erf[ud^t, 
3>er ftiief, dB toenn man mit einem ftumpfen ^feUe 
2)er ^einbe tDarmeS ^(ut in il^ren ^bem fud^t. 
"31(1^ biefed (Bleid^niS füllt mein ^ug mit l^eigen^Sal^ren, 
3d^ bin auf gteid^e ^eiS mit fofd^em "^feil 't>er(e^t t 
^^ ba% ber ^immel mir bod^ biefeS \DoUt getMJ^ren, 
S>ag meiner Butter tt>ürb bie (Srabfd^rift aufgefegt: 
»i^ier liegt bag SUaS, um baä fo (5ei3 old (BeiO^eit 

lampfen. 
(Betpinnfud^t toar il^r ^or«, il^r 3^^^^' Kupplerin. 
@ie liiert il^r eigen ^nb beS ^uj^terd Brunft 3u 

bämpfen, 
Mnb gab ber Sod^ter (S^x um funfsig Später l^in/ 



73 



Solenn S^riebrid^ 'lieberer 



3>ie el^elid^e ^flid^t 



91(8 einft ein alter §err etn fungeS ^Zlabd^en freite 
Unb il^m fein fd^UKid^er Seib nid^tS guted propl^eseite, 
&pta^ er 3U il^r : mein ^nb« f ie u>irb f id^ \a bequemen, 
Uiü> tt>irb bie e^Cge ^flid^t QuartaÜJocxS ton mir nel^men. 
Sl^r SSSiberfragen tDar, ba fie fid^ {aum (ebad^t: 
^ein^lDie t>ie( Quartal» gibtS benn in einer 9tad^t? 



74 



Sol^onn ^ticbti^ 9lid>crer 



S>ie fd^one (Berttaub« 



Sie fd^one (Sertroub, fo fid^ pt^gft bemtdl^rt, tnollt 

U)iffen, 
SDonn iDol^t bie (eftc 3^^ i^^^ £i^^ 3^ )>fle9en ti>ar; 
Gin 2>i)Itot fag bei il^r, ber Unit fogleid^ befliffen» 
^ebad^t fid^ auf bie ^rag unb fagt il^r ol^ngefdl^r: 
^tnn man beS SQXorgenS S^ntl^ bie ^fen beult 3U 

)>|Tüd(en, 
3ft'iS baiS gefuubfte @)>ie( uub für bie 2ettbm gut; 
2>ie ober bei ber ^ad^t fid^ 3u ber 9lr&eit fd^idfeu, 
(Seutegeu tiefre £uft» um \Dt\l eS füger tut. 
^t>% fagt bie junge ^rau, bann tDiß id^ fünftig forgen^ 
3u pflüdttx in bem ^ett bie S^rud^t ber {ungen 3^^» 
^Jorerfty toeil eS gefunb, 3u S^rul^ am l^eTlen ^SXorgen 
Unb toann c8 ^tnb iDirb, bann um bie @ügigfeit. 



76 



Solenn Sriebr{<$ ^lieberer 



S>er lungen Soci^ter einfältige fragen an 

bie Butter. 

Vd^ Butter, ad^ SeanberS ^ffen 
©c^tnedt beffer atö ber befte @elt, 
Od^ md(i^te bod^ bie Xtrfad^ tDiffen, 
Xtnb iDoS et tagfid^ an mir lecft, 
(Er greift mid^ an, er fd^nürt mid^ 5U9 
<£r fd^tDort, ba% erS au8 Ciebe tu, — 
3>rum, liebe Butter, fagt, id^ bitt, 
SQßaS meint, toaS meint er u>ol^I bamit? 

<Sr fe^et mid^ auf feinem @d^ooge, 
(Er iDünfd^t bei mir allein yi fein, 
(Er mad^et meine SBrufte bloge, 
(Er brütet feine S^inger brein, 
(Er fuffet mid^, er ftreid^elt, f))ielt, 
^u3 bag er iDeig nid^t tDol^in ful^It — 
3)rum, liebe 3Kutter, fagt, id^ bitt, 
^aS meint, toaS meint er tool^I bamit? 

(Er gibt mir 3^^^^, ift mir l^olbe, 
95efie]^et ^anbe, ^üg unb ^taf, 
^fö ob er mid^ burd^gudfen tDoIIte 
Unb feufst 3u(et(t, toeig nid^t um toaS; 
(Er fagt, id^ l^ätf S, unb gibt nid^t 9lul^, 
Sd^ leugne unb er lad^t baiu — 
3>rum, riebe 3Kutter, fagt, id^ bitt, 
SQßag meint, tDcS meint er tDol^t bamit? 

76 



£e|t ba er au^ bem 6c^[af mid^ toecf te, 
^0(1^ er gatii fanfte neben mid^. 
60 bdb er fid^ ein bi^d^en ftredtte, 
@o tDurbe mir gans tDunberHd^. 
©tetd^ \Dat mein ^unfd^ unb mein ^egel^r: 
^d^, Heber g^reunb, fomm öfter l^er — 
3>rum, Hebe ^Kutter, fagt, id^ bitt, 
^cS meinte tDoS meint er tDol^I bamit? 

S>en anbem borgen tarn er tDieber, 
<Sr fd^Iid^ fic^ ein sur ^ammertür 
Unb legte fid^ gan3 l&urtig nieber, 
3d^ \Dax t)or ^oKuft außer mir. 
9nein Äinb, fo toaren feine ^orte, 
3d^ toifd^ bog ^Zlaul unb fd^nurre fort — 
S>rum| liebe Butter, fogt, id^ bitt, 
SQßaS meint, tt>aS meint er tool^I bamit? 

9tun j&eigt er mid^ fein liebeg *3Q5eibe, 
Od^ bin fein ^ennd^en, er ber ^al^n. 
®eit geftem fpür id^ tDcS im £eibe, 
<SS^ Köpfet tDie ein Jammer atu 
Ux\b ber £eanber fpöttelt nur 
Unb fprid^t: ei, ei, bu arme §urt 
©rum, riebe 3Kutter, fagt, id^ bitt, 
^cS meint, \x>aB meint er tDol^t bamit? 



77 



»fetter Vorrat)^' 



2)er SBeibet kool^Icanbirte ^tiDilegio. 

3n na<(fot9eiibe elende 9Mmt ^^a^t 
^ux(fy ben Usidebttttbenen «)on 93temeiu 

Set ^ann foH (tt>enn er toilQ gel^ord^en feinem ^eibe 
Xtnb il^r mel^r guted iun, ol^ feinem eigenen Seibe. 

dt foK bie Arbeit tun, 3u]^aug unb auf bem ^elbe 
Unb }a ben 6c^[üffel nid^t begel^ren 3U bem Gelbe, 

S>er aitann foK (toenn fid^g fd^icft) fo balb et toirb 

ettaxid^eni 
^od^ frft]^ fein brauf heba^t^ bie @tube toarm 3U mad^en. 

S>aS SQßaffer foK er batb il^r türmen unb ingteid^, 
!3Benn fie getDafd^en ift, ein toeigeS ^anbtud^ reid^en. 

(Sin @d^äld^en t)on Confect foK er bei Rauben l^aben, 
S>amit fie auf ben @d^[af fid^ iDieber mög erlaben. 

^D etoaS überbleibt, fo lann er'd aud^ geniegen, 
S>od^ frag er iDol^I subor, eS mod^t fie fonft berbriegen. 

3>e8 ^benbiS tDÜI bem QRann aud^ toieberum gebül^teni 
@ie (toenn eS il^m beliebt) inS iDarme ^ett 3U füllten, 

3>ie Heftel überall gebül^rt il^m avJfivbixibtn^ 
2>Dd^ bag fie fold^e frül^ aud^ möge koieber finben. 

hierbei fo tDirb ber ^Ztann fid^ aud^ btqnemtn muffen, 
3u toarmen allemal baS ^aupt« unb 6d^ulterliffen. 

78 



2)en SQSannftein foK er fein auf il^re @eite bringen^ 
Unb iJ^r, \x>tnn fie ed l^eigt, ein ^iegenlieblein fingen. 

^egel^rt fie etoaS mel^r, fo fod et fie Derforgen 
3tt SQtitternad^t fotool^t old an bem (id^ten borgen. 

5l&iII fie einmal sur £uft mit lemanb auSfjHisieren, 
®o lag er, toen fie nennt, fie bei ben 0dnben ful^ren. 

bleibt fie ouS über 9Xad^t, fo la% er'd aud^ gefd^el^en, 
®ie tt>irb bod^ überall nad^ il^rem ^u^en feigen. 

bliebet il^r, ein @pie[ biSlüeilen ansufteHen, 
(SS fei aud^, tDO eS tDÜIi mit anbem ^unggefeKen» 

&o foH er fie barum nid^t neiben ober l^affen, 
93ie[me]^r bie £uft il^r l^erslid^ gerne (äffen. 

<Sr foK, tDO er nur {ann, aud^ 3U berfd^mersen tDiffen, 
^mn fie auf il^ren ^unb ein guter S^reunb tDxTt lüffen. 

SUud^ barf fie ol^ne @d^eu mit guten ^^reunben fd^ersen 
Unbf \x>o fid^'g fd^idfen iDid, fid^ sel^nmal (äffen l^ersett 

@o((t aud^ ber Mann nid^t mel^r il^r gönnen fo(d^e 

3^reuben 
Unb (loaS nid^t bi((ig ift) nod^ (änger {innen (eiben, 

60 fo(( fie a((erbingS befugt fein, fid^ in rad^en, 
Unb (iDie eS il^m gefoUt) bag Urtei( fe(bft 3U fpred^en. 

^v fo(( Vergönnet fein, il^n tDir!(id^ ab3uftrafen, 
Unb fortan leine 5lad^t il^n (äffen bei fid^ fd^(afen. 

79 



@ie mag i^n aud^ (et ^ad^t 3U \>id nid^t laffen raften, 
Unb (tDenn eS ^m gefällt) btei gantet Sage faften. 

3ft baiS ^er&ted^en grog, fo nel^me fie bie Otiten, 
Unh [treidle koeiblid^ su» big er beginnt 3u Muten 

Unb fprid^t: l^ör auf mein ^nb, tag bid^ bod^ iDieber 

ftiaen, 
Od^ tDilt nun frommer fein unb tun nad^ beinern Eilten. 



80 






Le Pansif 

^egerine unb il^t (Satan (Snte. 

ttttter dtltn ^rauenslmmer 

3n bem beutfd^en Glb-^tl^en 

^irb beg ^ad^tö bei @ternenfd^tntmer 
teilte nid^t gaffaten gel^n, 

3113 bie geile SBegerine, 

3)ie @tubentett»9)ioKne. 

^enn bieS ^a^äi^t nun erfd^einet, 
@teirt fid^ balb bie Sid^tpui) 4>in, 

3>ie baS £id^t 3u )>u$en meinet, 

Ob eS gfeid^ i)on 3Teifd^ unb 53ein, 

Unb ba f)3it bie arme ^iUt 

^ie ein £amm gebulbig ftirie, 

^ügt fid^ nun i^x £iebe3g[üdEe 

^^tagt fie nid^t: toer, toie unb idd, 

©ie ift 3tt)ar t)om ^Kittelftudte 

!3Beit befd^rien, bod^ iftS nid^t fo, 

fS^tc Sungferfd^aft ift enge 

3n bie Quer unb in bie £ange. 

"hoffen! il^re £iebegtafd^e 

Oft ntit nid^ten auSgebel^nt, 

SlKenfans l^at fie bie ^lafd^e 
9Jon £uifen fd^on entlel^nt, 

©eren Srol)fen (l^elf mir lad^enl) 

SOSeite Sungfern enge mad^en. 

6 «Ui, eufDoSIbt^en. 81 



S>arum bleibet fte bod^ fd^öne; 

Ob il^r gleid^ sunt 3^itDertreib 
S>ann unb tDann bie ^ufenföl^ne 

federn auf ben geilen £eib. 
6ie tad^t nur 3u fotd^en hoffen 
!3S(ei[ bie meiften fel^Igefd^offen. 

Saufenbmol l^at fie probiereti 
^ie ber Siebegl^ampelmann 

SZtit ben Jungfern courtifieret, 
S>ag fie mel^r ttiä^ltn lann 

9Jon berliebten ^tedtarpüffen, 

^S tDol^r mand^e "^OSeiber tniffen. 

2>enn0d^ bleib id^ il^r getDogen, 

SBeil id^ il^ren £eibeSfeim 
Unb fie meinen eingefogen, 

SBeld^er old toie ^ogeKeim 
9Kein §er3 an i^v ^erse Hebet, 
3>aS il^r gan3 3u eigen tebet. 

^immermel^r lann unfer Aater 
©einer ^Zliese günftig fein, 

Unb id^ glaube, mein ^err ^ater 

Siann nid^t fo ein (BloSd^n ^ein, 

Jlein ^ttDeib bie \x>elU "^iXben 

^rs id^ ^egerinen ütbm. 

S>enl id^ il^rer SiebeS-Cl^ofen, 

^üp\t mir ber ^opl^eifafa 
3n ben er3t)erriebten Qofen, 

$ie id^ ton ber (Srogmama 



82 



sintern roten Q^axla^tode 
^ad^en lieg beim ^itgtrtbodt. 

^d^ bu 9^t£ftern meiner @ee[e 

2a% mic^ burd^ ben ZubuS bod^ 

6e]^n in beine £eibed]^o|^[e, 
9n boS 3ud(erfüge Cod^i 

^0 fd^on bei fo fungen ^a^xtn 

SHand^er auS» uxib ein gefal^ren. 

^tnn bu toügtefti toie mid^ brennte 
SDeiner ^ugen l^eiger Qtta% 

£iegeft bn bie arme Gnte, 

2)ie fo qttdd(et| gern einmal 

3u bir in bein Seite fteigen 

Hnb bid^ bon &anit @te))l^an geigen. 

^un id^ ftel^e bor ber Sure» 
£ag mid^ Shtnipenbettler ein, 
^enn eS toarten il^rer Siere 

^eben mir in l^eiger ^ein, 
!3D3irft bu unS nid^t Ml^Iung gönnen, 
!9Ztuffen toir bor ®rut berbrennen. 

Gpti^ ein ^örtd^en ber (Benaben 
i^ffne aviS ^rml^ersigfeit 

3>en berfd^tognen g^enfterfaben, 
^öre toie bie (Ente fd^reit 

£ag mid^ in bein S^^^^^ fteigen^ 

Sd^ toin aud^ bein £eibftu(I geigen. 



6* 83 



Le Pansil 

^n eine @ed^3igia]^rige. 



Sd^amt eud^ bod^» il^r alte SHutteti 
3>ag il^r no^ ein Hnterfutter 
3>er @tubenten toollet fein, 
?[Btnn eud^ )>Iagt bie Siebegpein. 

^abt i^t ollen SBift berloreni 
2>ag il^r einen 6d^at( er!oren, 
3>et für eud^ fo reimet fid^ 
Slirs toie 9Kar3 unb ^rteberid^? 

6d^id(en bierunbstoansig Saläre 
@id^ 3U eurem grauen ^aare 
Hub ein }unger frifd^er £ei6 
g^ür ein alt Derfc^rumpert ^eib? 

^aS rx>at baS für eine Siebe, 
SQ3enn man eine toeRe ^ü!be 
(3)ie ift für ©tubenten nid^t) 
Sle&en fid^ inS 95ette friegt 

^d^ bu alteS Ungel^euer, 

brennt bid^ nod^ bcS £iebeSfeuer, 
(£i fo giege ftammer^^ag 
Ün bein raul^eS ©pül^IIid^tfag. 

S>1 Don fd^tt>ar5em ^aud^taba!e, 
Stolebelfaft unb ^eringSIadfe, 
3)a8 gel^ort für eine ^rau^ 
©ie fd^on unterm 2label grau. 



84 



Le Pansif 

Vergebliche Ungebutb. 



fttcS fragt bie ^tot nad^ unferm dräuen? 
6{e ad^tet toeber @))ieg nod^ ©d^toert 
Hnb tDenn toir nod^ fo ffäglid^ fd^reien, 
SQSirb unfer ^unfc^ bod^ nid^t getoal^rt 
@ie (ägt burd^ 6euf5en unb burd^ ©töl^nen 
6id^ nid^t ertneid^en, nod^ tyerfol^nen. 
3>ag Durren ift il^r nod^ berl^agter, 
3>ruin Meibet too^I in Seib urtb ^^ 
(Bebulb baS oHerbefte '^flafter 
Ut\b bie betoal^rtfte ^anacee. 



86 



Le Paoflif 

@treit ber fünf ©inne. 



Sie 6tnne litten einen @treit 
^on nid^t geringer ©id^tigfeit 
3>enn fie tooHten gerne toiffen, 
aOen bie ^tnvS fonnte miffen. 

3>a8 @el^en trat 3uerft l^erfür 
Hnb ftwrad^: ber 9lang gebül^ret mirl 
Sa3er ntid^ nid^t l^at, fiel^et nimmer 
Gngelfd^öneS S^rauensimmer. 

3>aS @d^med(en fprad^: toaS I^Uft boS &e^n^ 
SDJenn gar fein ^%ifcn barf gefd^el^n? 
Ol^ne mid^ toirb niemanb toiffen, 
.^ie fo fuge fd[)med(t bcS Mffen. 

3>aS ^ied^en fagte barauf gleid^: 
9d^ fet(e mid^ nod^ über eud^t 
SlBenn man toitt 5um SZläbd^en fried^en, 
attug man fie 3uDor beried^en. 

3>a8 §oren fagte: baS ift Sanbt 
!2Ber ried^t, obS ^dbd^en angebrannt? 
3DaS l^ilft fd^med(en, tt)a8 l^itft feigen, 
.^Denn fie taub bei unferm S^Iel^en. 

3>aS ^ül^Ien ladete übertaut 
Unb fagte: tpaS nüi^t eine Sraut, 
ailit ber toir im 55ette fplelen, 
solenn tt>ir nid[)t ben S^id füllten t 



86 



Le Pansif 

3ungfern«(&efänge. v 



Sin ^dbd^en faum bon Diersel^n O^I^^^n 
S^id^t fd^on bie ^annetfel^nfud^t an, 
3>ruin toünfd^t fte taglid^ fid^ ju {klaren 
Unb fingt: ad^ gebt mir einen SHanni 
2>er mir fein fanft bcS £ei&d^en brud(e, 
^tnn meine S^ngferfd^aft ift flügge. 

@inb fed^5el^n Solare erft bergangen^ 

@o brennt bog ^obd^en (id^terlol^ 

Hnb fingt bor brennenbem Verlangen 

(S^r lieben Jungfern iftS nid^t fo?): 

^ill nod^ fein ^ann mir £öfd^ung gönnen? 

9ld^ foH id^ armeS 3>ing berbrennen? 

6inb 3tDan5ig Solare ran gefommen, 

@o feufst baS ^äbd^en Sag mb ^d^t, 

SiS il^r bie Sungfemfd^aft genommen, 

3>ie il^r bie ^d^te fd^IaffoS mad^t; 

@ie fingt: ad^ lomm ein ^ann nod^ l^eute» 

6onft gel^ i^ felber auf bie Streite. 

AontmtS breiggfte f^affx fd^on angetreten, 
@o fielet fie ben &antt "iUnbreS an 
(3>en fie pfttgt fnieenb ansubeten) 
Hnb fingt: ad^, gib mir einen ^ann, 
3>en id^ im Sette !ann umarmen, 
@anft ^nbreS, la% bid^S bod^ erbarmen! 



87 



Qat fie nun t>itx$XQ ^d^x getragen 

3>ag jentnetfd^tpere Sungfemiod^i 

^irb fie bie SQXannSnot bod^ nod^ plagen. 

SOSarum? ber S^^d ftid^t fie nod^. 

3>rum fingt fie : tDitt fein SKann mid^ J>un5eln ? 

2>{e Sungferfd^aft befommt fd^on Funseln. 

©Inb aber fünfsig Sal^r l)erfroffen, 
SQ3irb bie Derfc^rumpfte Sungferfd^aft 
SQIit Srdnentoaffer nun begoffen» 
3>od^ fingt fie nod^ au8 £eibeS!raft: 
^d^ fomm ein SHanUi ad^ fomm bel^enbe, 
SS^D nid^t, fo fomm mein £ebenSenbe. 



88 



Le Paiuiif 

Epigramme. 



1 

Stffine loQ gar Ixanl an l^eigem Siebedfieber. 
^8 nun il^r guter SHann fie 3u furieren fam, 
^erlt eiS "SUffine gteid^i bag feine 2anit (oJ^nt, 
3>rum gab fie bor 5t)erbrug berfelben einen 6tu6er. 

2. 

^utoel^ mein SHann ift tott id^ armeS ^eibelein! 
91(1^ bedtt bie 95runnen su, fonft fpringe id^ l^ineinl 
@D f)>rac^ £u))ine fürs nad^ il^rem SDitoenorben, 
9Xun ift fie im ^orbeK bor ®ram 5ur ^ure toorben. 

3. ^ 

betrübe bid^ nur nid^t, $u fleingebrufted ^nb, 
SQSeil beine "^ie^d^en !aum fo grog tt>ie (Erbfen finb. 
2>eSkDegen finbt fi^ bod^ ein Aäterd^en 3um ^iei^d^eni 
9ft nur bog Saf d^d^en gut» toer fraget nad^ ben ^ie^d^en ? 

2lur jtoei 95ud^ftaben l^at bag gungfem A-B-C. 
3)er erfte l^eiget G, ber anbre |>eiget W. 
^enn man fie füffen toiTT, fo fprid^t bcS SZlünbd^en G. 
SQSenn man fie fted^en tt>i(I, fo fd^reit baS 3>ingd^en W. 

& mad^et bie ^lonbine 
3b>ar eine tenbre ^iene, 
3>od^ reget bie brünette 
@id^ el^er auf baS SBette. 



89 



«Deliciae Poeticae* 



sauf bte ftirie ßaute. 



Stide Saute ftiller Gd^merseni 
@oU\t bu meinem ftUIen fersen 

Slid^t mel^t jut Vergnügung fein? 
9ld^, bor @e]^nfud^t unb Verlangen 
Sft mir ade Suft bergangen» 

2)ein (Bebäd^tniS mad^t mir ^ein. 
SDJer lieg mid^ ble Cuft Derfd^ersen? 

©ttlle fiaute ftiller ©d^mersen. 



90 



»Delidae Poeticao' 



San eine gel^aubte Staut 



CESi bu angenel^meS ^eibd^en, 
6e$e nur bcS nette ^dubd^en 

^uf bein nod^ toeit nettreS Qaax. 
Unter taufenb fügen ^ffen 
äBirft bu nun mit £uft geniegen, 

S0aS bir geftern frembe toar. 

(Bett, boS ^annSboR U)eig bie ©ad^en 
@o Dergnügt, fo gut ju mad^en, 

99Ian friegt faum beS 2)tnge8 fatt. 
^^teilid^i nad^ bem ©d^tafengel^en 
£emt ein ^äbd^en erft berfte^en, 

^cS il^r nüd^ gemangelt l^at 

Ael^re bid^ nur an fein £ad^en» 
S^rägt man taufenb bumme 6ad^en 

^on ber uberftanbnen ^ad^t: 
^d^i fie fud^en burd^ biet S^ragen 
2>ir bie 9l5te rauS ju fagen^ 

2>ie bid^ nod^ biel fd^öner mad^i 

SS^enn bie SBräute bod^ geftünbeui 
Sa3a8 fie bei bcm Siebften finben, 

WcS er mad^t unb tt>ie erS l^olt, 
SQSenn fie bod^ ]^aarf(ein befd^rieben, 
SDie bcS ßünqd^tn im Sieben 

9luf bie redete ©d^ale foKtt 



91 



9lebei tpenn bie 3^^^ tpitb fontmen; 
Warb bit geftem toaS genommen, 

<SlQxä>t nur: eiS fd^abt bit nid^ 
SQ3er bie ^erle nur fann finben» 
90irb ben ©droben leidet benoinbeni 

solenn bie SQXufd^el gteid^ serbrid^i. 



92 



»Deliciae Poeticae' 



3luf il^te @d^oog. 



3>u fd^oneS £uftreDier, too toeber 3^roft nod^ GiS, 
3>tt Brunnen, ber bu nie gefriereft nod^ Derfiegeft, 
3>u So^y baS oHe 3^tt an fd^önen @d^atten tiegeft, 

95on ^nmut, boffer Cuft Ift ftetS bein bunter Are». 

SQSie fielet ber fd^toarse $ufd^ fo anerliebft auf ^eig, 
3>ein @i^ ift aufgefd^toeKt, mit bem bu oHeg Megeft, 
3>ein SRitteT eng gefd^ß^t, mit bem bu mid^ be» 

friegeft, 

Sei tan^exA Seltenen bel^oltft bu bod^ ben $reiS. 

3>u bift bie 5arte 6d^0Dg ber fd^öne £eSbien, 
SZtid^ l^at ein freier (&eift gefangen ut\b gebunben, 
^ 2>er 6d^ß^i ben id^ berül^rt, mad^t meinem fersen 

Sßnnbcn. 

SHein @inn !ennt fid^ nid^t mel^r unb fragt fid^ : bin 

id^g btnni 
^d^i foH id^ meine ^u^ erft nad^ bem Sobe l^aben? 
Sebenbig toiH id^ mid^ an biefem Ort begraben. 



93 



»Delioiae Poeticae' 



Snit il^r in einem (Setoäd^Sl^aud. 



£iebfter (Sngel, 
2a% bie SZtdngel 

Unberul^rt 
2)enn bog 3>eine 
§at bog "SZteine 

6d geful^rt; 
^tnn man lange 
3m (Befange 

@ad^te pfeift, 
^Qlad^t manS enblid^ 
@D berftänblid^i 

2>ag manS greift 

©ir öerrid^ten 
^oS i^ei ^'rüd^ten 

Slotig ift: 
2>ie (Betoölberi 
Wie bn felber 

(Eined bift, 
^el^men gerne 
S^rud^t unb Aeme 

gn fid^ ein, 
6011 ber ©tursel 
SHeiner ^ursel 

©iftig fein? 

Sd^ probiere, 
Urtb bie Sure 
@pringt mir auf. 

94 



^^, tt>ir [topfen 
llnb ti)ir pfropfen 
Bicmtid^ brauf. 

Cngel, fage, 

5Q5irb ber Älage 
^d^ gebadet, 

^enn mein @tengel 

£auler Gngel 
5Uug bir mad^t? 

®ib bie Mffe, 
3)ie fo füge 

SQ3ie btt blft, 
5BiS bog meifte 
^on bem (Seifte 

3n bid^ fTiegt. 
^ad^t bie Regung 
Hnb Setoegung 

dÜDcS matti 
tDir l^oben 
3>iefeS Graben 

^liemoTg fatt. 



95 



V/ »Delici 



Deliciae Poeticae' 



Sieben nnb bod^ nid^td geniegen . . . 

£ie&en unb bod^ nid^tS gemegen 
3ft nur SZlartet unb ^erbrug, 

^cS toill ber Don g^reube toiffen, 
^eld^er tagfld^ faften mu%f 

3)a fid^ bod^ bie fügen @peifen 

©einem ^nnbe ftünblid^ toeifen? 

Clebft bu mid^, mid& nur $n qudlen? 

gaft bu Cuft an meiner ^eln? 
9Tein, bu toillft mir ja befel^Ien, 

SZlunter unb Dergnügt $u fein, 
Unb Derfprid&ft mit fügem Cad^en, 
SZleine SQJünfd&e toal^r $u mad^en. 

(Beliebte mad^e, thad^e, 

©d^affe bir unb mir bie fiuftl 

£ieg id^, o ertpunfd^te @ad^et 
3)ir im fersen, an ber 55ruft, 

60 befiegle mein Vergnügen, 

2a% mid^ aud^, bu U)eigt tpo, liegen. 



96 



»Dellciae Poeticae' 



(Spigramnte. 



(Eorbttle iDor Mutrot, oIS id^ fie fimnte lüffen. 
Hnb enblid^ loarb id^ gar ein (ofer 2>ie& gel^eijsen. 
^erbrog mid^ bief er ©d^intpf ? a^ nein, id^ banite nod^ 
Hnb fprad^: bin id^ ein 2>ieb, fo ftetfe mid^ inS £od^. 

2. 

SQIariliS ift fromm unb Yeufd^, fie berad^tet olle ituffe, 
@ie fann nid^tS bon Siebe J^ören, fie Derad^t boS 

^SXännerfleifd^, 
^reilid^, btnn eS toid niemanbf toenn fie fid^ gleid^ 

gerne liege. 
@ie ift toie beS SeufelS Butter urtb fo fd^on oIS fromm 

unb (euf^. 

3. 

3d^ toeigi bu gibft bir ^ül^, bem ^anne borsufd^toa^en, 
S>a% i^m bein enger ^eg ein ^immelreid^ befd^eert, 
QUIein toie tt>irb fid^ bod^ ber 9Xarr am Aopfe fragen, 
^enn il^n ber toeite feiert, bag er jur ^ölle fäl^rt. 

4. 

Courage? ja, bie ift bei ^nlUn fel^r grog, 

6ie fyd bor feinem nod^ auS S^rd^t bie ^ud^t ge^^ 

nommeUi 
S8 barf il^r nur ein ^enfd^ ein toenig nal^e !ommen, 
6ie u>irft bie ftteiber toeg unb toagt eing auf btn @toog. 

7 9Iel, eitn»m(^n. 97 



5. 

3>er bu boK ^einlid^Ieit t>or allen Seuten gleigeft, 
SQDfe fotnmtSy bag man bid^ aud^ einmal ertappen {ann, 
Ur\b 3tt>ar id^ toeig nid^t toie. 2>i)d^ toeU bu SonaS 

l^elSeft, 
6ie|^ft bu bcS Satm\^ bieUeid^t für einen 3DaIfifd^ an. 

6. 

SUt8 id^ ben ^ad^bar ÄlauS näd^ft um fein ^leitpferb 

bat, 

&pvaä^ er, toeil er fel^r grog mit biefem Siere tat: 

93iel (ieber tx>itt id^ il^m mein ^eibd^en nid^t berfagen. 

3d^ badete: brandet man bie, fo tDirb man bid^ nid^t 

fragen. 

7. 
©ein §aar, bein fd^oneS ^aar, bat)Dr fid^ ©eibe fd^eut, 
9Doran fid^ SßenuS felbft nnb aud^ il^r ©ol^n erfreut, 
Oft jtDar tpeit feiner nod^ alS bie berul^mten beibe, 
3)i)d^ niemanb toeig, tx>aS id^ in biefen Rauben [eibe. 



Sdanber 



^n bie Qerritt. 



9Bie oft bettad^t id^ nid^t bie iDunberfd^dnen (Saben 
llnb benfe bei mir fclbft: bie fiel^et öKe ^elt, 
fSBoS mug nid^t biefeS SHnb für anbere @(id^en l^aben, 
2>ie fie nid^t seigen toUI unb mir berborgen l^altt 
Sht tDirft bieg Heiligtum bod^ eloig nid^t berftetfen, 
@onft gel^t bie @ugig(eit mit beiner Sugenb l^in, 
Xtnb bift bvi eS gefinnt, bor einem auf3ubed(en, 
@o glaub id^, ba% id^ bir ber oHemäd^fte bin. 
2>u barfft bie Sungferfd^aft nid^t mit 3U (Brabe tragen, 
Sl^r feib bon unferm ^leifd^ unb unferm 33ein gemad^t, 
2>od^ fönt eS beine @d^am bei Sage mir üerfagen, 
&o gönne mir bie £uft bei fd^attenreid^er 9Iad^t. 
3d^ »)ill mein ^arabieS aud^ nid^t im ^inftem feieren, 
S>er angenel^me 2Deg ift mir nid^t nnbetannt^ 
Snbeffen: foüft id^ nid^t bie redete ©trage toäl^ren, 
©0 fei bu ^ül^rerin, id^ folge beiner Qanb. 



99 



2y0229R 



Sdavbtt 

%n ^tlriSmene. 



IBarum iDirb bie ifrud^t beS SebenS^ 
6(i^önfter (Sngel, mir berfagt? 

Sieb id^ btnn fo gor DergebcnS? 
S>arf fein (Briff ntd^t fein getoagt? 

6i)I[ ein fteter 6ffat>e bleiben 

Sitein fo fel^r entbrannter @inn? 
S>arf id^ nid^t bie Ringer treiben 

^n bcS 2ar\b ber Süfte l^in? 
Stana man baS tool^I breifte ntnntn^ 

^cS bie treue Qanb berübt? 
S>ie sunt Opfer fid^ berbrennen, 

§at man ieberseit geliebt. 

Sft eS nid^t beS 6d^ooge8 (Sl^re, 
Wenn fie fronet meine Qanb^ 

WM id^ il^r gans sugeJ^ore, 
(Brüge id^ boS fd^öne 2anb. 

Wo finb tool^I bie sarten heften, 
S>ie beS SebenS "perlen tl^aun» 

Itnb ber ©ortuft fiagerfteKen, 

^S in il^rer @d^oog 3u fd^aun? 

@ie ift "^l^aroS, "^ort unb Sendete 
Itnb bcS fd^one ^orgenlanb, 

gp^re angenel^me @eid^te 

ältad^t beS (StüdeS 6tranb bdfannt. 

SP^re bunflen Opferl^anen, 

2>ie ein SZt^rtl^enloalb umgibt, 



100 



riM 



6inb gelieret mit (SoroIIen» 

3)eren ©d^rnud ein 3^er liebt 
9tid^t ju ftrenge, 9lriSntene! 

^d^, l^egt bod^ SBarmbersigleit, 
@eib fo gütig oIS ibr fd^öne, 

60 iDirb meine Sruft erfreut 
O^ül^ret meine treuen Binnen 

3n ben angenebmen "^ort, 
3>ag fie freubig fagen fönnen, 

3>iefe8 ift ber fd^öne Ort 
5UIIe Sage fid^ bon neuen 

3>a ein neu (Srgd^en regt, 
Unb ber redete £iebe8>^eiben 

$Dirb in einer. 6d^oog gehegt 



101 



Celanber 



93erfd^tt)enbung im 6d^[afe. 



SRein SZtäbd^en, lag l^tnfort mid^ nid^t üerfd^tpenbrifd^ 

fein 
Itnb nimm bie ^erlenmild^ in bcine 99Xufd^eI ein« 
(Brog @d^abe, bag fie toirb fo [übernd^ serfpri^eti 
3>a IDO fie (einer ©d^oog, aud^ nid^t ben Sudlern nü^et 
3>ein gartfein gegen mid^ berfd^toenbet meinen @d^a^, 
Vergönne mir l^infort in beinem @d^ooge ^la^ 
Xlnb la% btn SiebeStl^au bafelbften fid^ ergiegen, 
3Do er mit grogrer £uft toirb oIS im @d^(afe fliegen. 
2>ein bürrer SUtfer toirb dlSbann bon ^oduft feift, 
3)ie 35rufte l^arten fid^, bie £uft cntiMt ben ©eift, 
3>ie ^nmuti bie burd^bringt beS gansen £ei6eg (BUeber, 
3n Sad^en fteigt man ein, mit ^^eln fommt man nieber. 
9Xid^tS als Grgö^ung bringt er beiner ^armorfd^oog, 
SHe SßenvS fpannt bir bann bcn Sungfemgürtel (og 
Xlnb [ägt bir alle £uft, bie fie befi^et, fd^metfen. 
2>er g^men tpirb nad^ @d^mer3 bcn fügten @d^er3 

ertDed(en. 
^d^i fterie bod^) mein Sünb^ bie @pröbigfeit nur ein, 
£ag beine TOufd^el mir nid^t mel^r Derfd^Ioffen fein, 
(Eröffne il^ren ^e[m, bie 9Ia]^rung $n em))fangen, 
3Do in bem SiebeStl^au bie ^UnmutSperten prangen. 
@perrt nun bein 93Xufd^eIfd^Iog bie Sore tDitTig auf 
Xlnb l^emmt (ein 9EDibrigfein mir meinen SiebeSIauf, 
@o foH ber SiebeSfaft mit fügen Quellen fliegen 
Xlnb fid^ mit boHem 6trom in beine 99Xufd^el giegen. 



1(12 



Cdanber \J 

saitin »inb fei bod^ fo blbbe nid^t * . . 

SRein Itinb, fei bod^ fd (lobe nid^t, 
2a% beinen ^Jufen offen, 

60 fielet man, ba% bir nid^tö gebtid^t, 
S>ag odeS eingetroffen. 

@onft benlet man getoig bon bir, 

3>u l^ätteft nid^t ber SBrüfte 3ier. 

(Sin (griff enttoei^t nid^t beine ^ruft 
Unb mad^t ii^r feine f^etfen« 

!ZDaiS nit^t ein @d^a$, ber unbetougt, 
3)en 6anb uttb Steine beden? 

3)ie ^r(e, bie verborgen liegt, 

SZtit il^rem (Blanse nid^t bergnugt 

f![ßcS bie ^atur unS ^QXenfd^en gibt, 
3>a8 barf man allen geigen, 

^m meiften biefem, ber ur^ Hebt, 
3>em toir bie @inne beugen. 

3DaS ift eS, baS 5um &flaben mad^t, 

!3Q3o]^( anberg benn ber Prüfte "^Had^t? 

,SQ9aiS uns bie Siebe l^eilig l^eigt, 
3)aS laffe aud^ üerel^ren, 

Unb toenn benn feine ^flid^t ertoeift, 
60 mugt bu ben nid^t ftören, 

3)em beine ?3ruft ber ^tar ift, 

"^luf bem er beine (Bottl^eit fugt. 



103 



9Qnid tiiüppt 



Smäb^tnlieb. 



Soll id^ omteS 2>ing benn etoig toarten? 
S4 gel^ gleid^ tool^I fd^on ind jtDöIfte 8a|^r; 
9teitt| id^ toiä bie @ad^e beffer fatten, 
2>ie (Bebulb ift bei mir iitndi^ rar. 
^erf id^ gleid^ bcA ^e^e felber au8, 
5Ud^I ein ^Ztobd^en xm^t fid^ nid^tS batauS. 

Kein (Solan fommt und inS ^XtauT gefTogen, 
SDenn man ftetS in feiner Klaufe fi^t: 
3n ber (Sinfamfeit toirb man betrogen, 
^enn man fid^ auf einen SDXann berfpi^t 
8d^ gel^ fleigig nad^ (SefeUfd^aft avS, 
S>tnn ein SK&bd^en mad^t M ^^^^ borauS. 

93ruft uttb Silpfel fd^nur id^ in bie gö^e, 
S>ag baiS liebe ®ut inS ^uge foITt, 
S>ag maUi toenn id^ unter Seute gel^e, 
^id^ für erjgalant unb artig j^olt 
6ie]^t mein Ihrämd^en 5U l^nbgreiflid^ avS^ 
^d^I ein SKabd^en mad^t fid^ nid^tS batauS. 

3d^ toeig meine ^arbe 5U erl^eben» 
Vitnn ein roter 6trid^ bie Kadett m^t^ 
2>aS l^eigt ber 9Xatur bm ^uSfd^(ag geben, 
S>er bie M^e "^Q^elt in £tebe fe^t 
6ie]^t mein 93XaIen gteid^ tooS fennbar au8, 
"H^l ein ^QXabd^en mad^t fid^ nid^tS barauS. 



104 



£eg id^ mid^ gleid^ fleigig auf bcS Hiiffen, 
SSenn man fid^ nur nid^t aufS ^ette legt 
O boS fd^et nid^t, tüvm toit gleid^ iDiffen, 
SQ[$ie man einen ka% su geben )>f[öit 
Saglid^ teU id^ l^unbert SQXauId^en avS, 
5tld^t ein SZtobd^en mad^t fid^ nid^tS batauS. 

Itnb gefegt, ba^ id^8 berfel^en l^dtte, 
fo fd^Ieid^ id^ bei ber ftiHen md^t 
gn ein abgdfegneS ^od^enbette, 
SQ3o man toenig ^eberlef eniS mad^t 
6ie]^t mein Sungfemfrans serl^ubelt auS| 
^d^t ein SZtabd^en mad^t fid^ nid^tS batauS. 



106 



9anid ßiüppt 



Sroftgebanlen eincS 6tubenten. 

!Dumme SOSelt^ tDoS tDlKft bu brüber ftagen, 
S>ag id^ unfrer ^agb ein ^nb gemad^t? 

Saume, tDeld^e seitig ^rüd^te tragen, 
6inb }a fonften l^od^ ymb toertgead^t 
Ob mid^ gleid^ ber ^ijel jettig ftid^t, 
älteine SZtutter Sagt belegen ntd^t 

^el^It eS mir fd^on an d^armanten SDorten, 
fle farreflert mid^ in ber Sat, 

!3Q3a]^re Siebe toirb }a oder Orten 

Sßon ben Siomplimtnttn niemals fatt 
SQSenn bcS plumpe 3>ing nid^t artig fprid^t, 
Slteine SZtutter brummt beilegen nid^t. 

^^ral^tt fie nid^t beS SagS mit fd^onen Kleibern, 
SSicS fel^It meiner ^rau bod^ tDol^I sur 9!tad^t, 

!3Q3enn fie meinen Seib tro^ allen @d^neibem 
6elbft 5U il^rem Oberrotfe mad^t? 
Sft fie gleid^ auf biefen 6taat erpid^t, 
SUeine SZtutter findet beStoegen nid^t 



106 



S>anlel Btoppt 



^xicu 



^ie £ie6(td^reit, bic in bem Sieben 
3>en Wermut übersudfern mug, 

SQSirb 3tDar bon Dielen l^od^etrieben, 
Sebod^ fie ftedfet t>ott ^erbrugi 

SBicnn (Eiferfud^t bie @ee(e frdnfet 

Itnb oft auf SRorb unb Sotfd^Iag lenlet. 

Xlnb fd^tnedfet baS Wiaid^zn nod^ fo füge, 
3)ie Sitterfeit folgt gleid^too^t nad^, 

3)08 ftiHe ®ift berbul^tter Jtuffe 

@en!t bcS (Sentüt in Xtngemad^, 
Se mel^r man an ber Siebften TedCt, 
ge mel^r toirb man in 9ranb geftedt. 

SBringt mand^em gleid^ ein (Briff in (Sitten 
Gntsüdfenbe (Bebanlen bei» 

@o trau id^ mir bod^ brauf 5U fd^tDoren, 
3>ag grögrer Vorteil babei fei. 
Wenn man an feinen SQSaben fpielt 
StüS an bit Sungfemäpfel ful^It. 



107 



sssssssasssssaasssssasssaeaassasBäasssasBm 
3>anid &tüppt 



S>er 93oIontait im Sieben. 



S)u nteinft, id^ fei bir red^t getreu, 

^mieitti bog l^eigt gefel^It» 
3Dei( folfd^er 3>unft unb 5^^^^^^^ 

3n meiner ftarte ttml^It 
Sd^ liebe bid^ nur oben l^in, 

SDeil id^ burd^auS \>on STanbem Mn. 

betrug bid^ nid^t, bu armeS ^inb, 

Xlnb traue nid^t 3u biet, 
3d^ mad^e nid^tS oIS [auter ^inb, 

9EDenn id^ bid^ fangen tDxll. 
S>ie ^atterieen {ommen bir 

S{Die l^immelfefte @d^Ioffer für. 

SOOenn bid^ mand^mal mein falfd^er SQIunb 

SKit fügen SKorten toiegt, 
60 betät bennod^, ba% ber ^nnb 

5tlud^ l^ier begraben Hegt 
^eU boiS nid^t ftetS bie sprobe l^olt, 

WcS einem in bcS ^uge fällt 



lOS 



Sl^rifiian Günther 



6oH Kuge ©d^önj^eit . . . 



SoÜt Rüge Q^bn^üt^ bein SDergnügen 
99Xit beiner 9ntft inS ftlofter gel^n? 

^ie? foH ber Garten brad^e liegen, 
SUuf toeld^em SudtvTo\tn ftel^n? 

30aS tDiUft bu, ba fid^ anbre freuen, 
SKit haften beinen ßeib faftelen? 

md^, fd^onfteS ftinb, bie enge 3eIIe 
3ft beiner Hoffnung toeiteS (Sxdb: 

§ier tt)äd^ft unb ift bie Quol ber §o(Ie, 
gier nimmt ber 6tem bed SebenS ab, 

Unb in ben langen ^rd^enmauem 

SRug aud^ (Eanarifeft berfauern« 

3>er Sungfeml^onig nal^rt bie (Balle, 
3>ie (Sinfamleit gebiert bm Sob: 

3>ie Jungfrau fd^tDinbet bor btm ^aSlt 
Itnb leibet bor btm Seiben not 

3)er ^ofenfrans, ber ^reil^eit dtibt^ 

^efd^toert ber ^3[lonnen gers uttb f^dnbe. 

Äomm, la% bid^ in ein Älofter filieren, 
3Do3u her «bt btn ©d^räffeT trägt, 

Xtnb ^mor über allen Suren 

3)ie8 in erl^abner ©d^rift ge|)rdgt: 

3u Unfrer Sieben grauen Orben 

Sft biefer Ort getoibmet toorben. 



109 



3>en saitat geben betne Prüfte, 

3>a8 ^au^tx>ett gliü^t in beiner ©d^oog, 
gier fturen toir beS ^etfd^ed Sufte 

Unb bdnt))fen fie auf einen @to%^ 
%iS iDir burd^ ein gefd^tDäd^teS ^ffen 

5Uud^ in bcS Somprett treten muffen. 



110 



I 'I , ' g 

(S^riftian (Bünt^er 



(Stnlabung. 



^ier fe^e bid^, üerfd^mteS Mnbl 
§ter tft gut fein, l^ier la% und 6Ict6ett| 
^0 2xnV uxü> SQJeft gefpräd^ig finb, 
Unb ^elS md> ^alb ben <Sxam bertreibeti; 
Sn biefer grünen (Sinfamfclt, 
Wo ^ad^ unb @tein unb ^(dtter raufd^en, 
©oK tpeber 2x% ©efal^r nod^ 3teib 
S)en fügen g^rül^nnggf^crs belaufd^en. 



2>te @d^a$e beiner feufd^en 3^^^ 
Unb ber nod^ unberül^rten ?3rüfte 
©tnb tDol^rnd^ eine feltne ^rud^t, 
3tad^ ber Id^ InnerUd^ gefüfte; 
Srf^rid! nid^t bor ber fd^neTIen §anb 
Unb la% fle in bem ?3ufen fpielen, 
Sd^ fül^re bid^ in einen Btanb^ 
3)eg SebenS ftem nnb Sltarf su füllten. 



^or toaS erröteft bu, mein fiid^t? 
Sd^ toerbe bid^ nid^tS ^öfeS leieren, 
2>u fennft baS füge @piel nod^ nid^t, 
S)ein ^Inblldf raubt mir ©el^n nnb §oren; 
S)ie fiiebe toünfd^t bid^ in il^r SReid^, 
(Sel^ord^ il^r bod^ auf mein (Erflären, 
@ie toirb fid^ bir, unb bieg 5tDar gleid^, 
SHit oller il^rer £uft getodl^ren. 



111 



Sefd^tt bie ^SkAt btx ^tur, 
^etrad^te SBaume» ^tlb unb Siere, 
Itnb lerne, toie ber Siebe @)mr 
3>i(i^ überad 5um Sd^ersen ful^ret 
^EDoburd^ finb id^ unb bu benn ba? 
3u ttHxS bift bu nebft mir geboren? 
2>er fo bie ^JMt im "^Q^efen fol^, 
§at und 5um Sieben auSerloren. 



112 



Cl^viftian ^ün:t^tt 



^tt Cuifc. 



Sld^ Suife» beine KuffCi 

2>ie mein 92Xunb subor gefd^medti 
SQDaren mir b>le ^anna füge 

Unb mit <£ben8 Sau bebedt: 
Sa, 5U biefem ^reigerid^te 

Subeft bn mid^ f eiber ein, 
2>einer (Sd^onl^eit %>fenfru(l^te 

6onten mir ein (Satten fein. 

2>iefer (Barten toirb 5ur "SQSuften, 

Unb bein ^uge toirb sur ^d^t, 
^tnn ein (Briff nad^ beinen ^ruften 

Qcd bid^ fo ersumt gemad^t 
©Didier ^fel ^itd^IoraHen 

feigen bie berbotne ^rud^t, 
2>ie id^ auf ben ^QXarmorbaHen 

^ir 3um Sobe felBft gefud^t. 

@enle meine 6d^u[b ber £üfte 

9n bein tief (Erbarmen eint 
2a% btn @d^nee getDöIbter Prüfte 

^eine Sotenbal^re feint 
2>eineS £eibeg runbe (Snge 

3eige mir mein (Brabmal an^ 
2>ag id^ nad^ beliebter Sdnge 

fZDieber auferftel^en fann. 



8 9Ictr eufttpUbil^ctu 113 



Cl^riftian Oütitl^er 



(Sröffne mir . . . 



ffrdffne mir bcS ^elb ber £üfte, 
(Sntfd^Ieug bie tDoHuftfd^tDangre ©d^oog, 
(5i6 mir bie fd^onen £enben bieg, 
9iS fid^ beS 9Ztonben ^eib entrüftet 
2)ie ^Tad^t ift unfrer £uft bequem, 
2>ie @teme fd^immern angenehm 
Itnb hu^Un unS nur 5um <S|empeI. 
®rum gib mir ber Verliebten Äoft, 
gd& fd&enfe bir ber SKotluft SHoft 
3um Opfer in ber Äeufd^l^elt Sempel. 



lU 



Cl^riftian (Sfititl^er 



Ol^ne Sieben . . . 



Ol^ne Sieben ift ba8 (Slflde 
gier auf (Srben nid^tS oIS 2>unft: 
9leid^tum fann ben ®ram nid^t linbern, 
(S^vc lann ben ©d^mers nid^t minbem, 
^ur bie Siebe tann bie Stanzt 
SitTe SSünfd^e bleibt surüdCet 

5UuS ber Siebe quillt Vergnügen 
Unb ber ^ad^fd^mad gülbner 3^it: 
(Sin galant unb treu (Semute 
^eist nnS nebft ber ©d^önl^eit 9Iüte, 
9iiS bie SODoHuft flammen ftreut. 
^d^y mein gers, l^t bieS berfd^toiegen. 



116 



Cl^viftian Quntl^ev 



gD(l^5eit»®d^er5. 



2)a l^t il^t bit 3^^^^ S^^ etDigen 9unbe: 
2>a fommt nun, ba ift nun bie felige @tunbet 
S>a fd^idt fie bie 93orftd^t, ba tDoIst fte ber £auf 
3>e8 ntilben (SeftirneS t>on Often l^erauf. 
2>ie ®tunbe ber SDoKuft, bie ^ttunbin t>om £(UJ^en, 
2>ie SZtutter boH nieblid^er, fünftfid^er @aci^en; 
3>ie @tunbe, tDorinnen bie reid^Ud^e (Slut 
3>ie 6d^a^e ber ftüd^tigen Sugenb bertut; 
2>ie @tunbe, toorinnen Umarmung unb @d^meid^e[n, 
^el^oglid^eg @d^ädem, empfinblid^eS §eud^e(n, 
Unb ftar!enber ^tem unb brünftiger ^inb, 
Unb reblid^eS @d^nd6eln berfd^toenberifd^ finb. 
2>ie ®tunbe, bergleid^en tool^l (Sötter begel^rten, 
2>ie SDenuiS unb Suno !aum fd^öner getDdl^rten« 

fetteneg ^Jeifpiel ber gtüdftid&ften SBrdute, 
9lun rul^t S)ir S)ein l^eigeS ©erlangen 5ur @eite, 
(&8 Iaht 2)id^ 2>ein £ie6fteg, eS fd^enft 2>ir bie ®unft 
2)er toeifen ©orfel^ung bie toürbigfte 35runft. 
<Se fd^üttert, eS freut fid^ 2>ein boppelteS SBette, 
WS tDenn eS btS (SlüätS <Sm))finbnd^Ieit l^ätte. 
^nn liebe ben £ie6en, nun btuä unb bel^alt 
2>en tDitligen 6flat)en in füger (Setoalt. 
<SiS reist il^n ber ^ufruü^r ber blül^enben £üfte, 
2)er }aud^3enben ^ügel, ber ]^üj)fenben SBrüfte, 
^S sielet il^n ber §aare getoaltigeS Golb, 
3n tDeld^eS bie @Dnn' il^ren §au))t«@d^mud( gerollt 

116 



Se^t fd^ilt er beiS SageS 5efd^b>erlid^e 2änqt^ 
Se^t tDirb il^m ber Kleiber ®efängntS 5u enge; 
<Sr bel^nt fi^, er b>artet, er f eignet unb fd^reit: 
^d^t fontm bod^y 2)u 5Uuge ber nad^tßd^en 3^^^^ 

2>ie 6Dnne 5efd^(eun{at ben ^bsug unb finit, 
"Stad^bem fie borl^er bem trüber getoinlt. 
3>er öeSperuS, beffen öerfttberte SDangen 
3)er SnnigberKebte mit Biegung ettH)fangen, 

^Betritt btn (Sefld^tS-ÄreiS ber oberften 2DeCt, 
VLxtb fül^ret bie @teme burd^S etptge ^elb. 
^un fd^teid^et 2>ein 6d^d^d^en mit \Danhnbem 6d^ritte, 
5tun fd^Ieid^t fie su 95ette, nun migt fie bie Sritte, 
toeld^e ^erdnberung brol^t il^r ber Ortl 
^uft fünftiger Gl^manUi unb mad^e 2>id^ fort 
Unb lag fie nid^t ettoa im ^an^e surüdet 
6ie sittert, fie hehct^ berfleinert bie iBIide, 
:^or iSBarten ber 2)inge, bie je^o gefd^el^n, 
6ie grämt fid^ 3U fuJ^len» unb fd^eut fid^ su fel^n, 
95erl^ütret ben JäKol^Iftanb ber süd^tigen 9löte, 
Unb bin id^ im Sieben lein frember ^oete, 
@o mein id^, tS lod il^r ber nal^e 93er(uft 
®ie frül^e ^ereuung auS klugen unb ^ruft. 
Verfolge fie lül^nlid^, unb lag bid^ nid^t irren, 
^Betäub il^r bie ©eufjer burd^ Äüffen unb Äirren, 
95erf(^Iud il^r ben Äummer, bersel^r il^r bie ^ein, 
Unb fange bie Srdnen ber Sungfemfd^aft ein. 

<gnH)fdngt nun ber 35raut»^fu]^r bie reisenben ©lieber, 
Unb sielet bid^ il^r ortigeS £ager barnieber, 
@D bift 2>u vergnügter unb glüdlid^er bran, 
^fö Ute 2)ir SOXoguI fein ^onengolb an. 

117 



Sd^ tDcnigftend tt)äre nod^ beffer sufrieben, 
^S tDtnn mit gleid^ ^nna btti ^eid^e befd^ieben« 
gier nuid^e boS ^^orfpiel» l^ier fpi^e bie ganb 
Unb bringe boS gaupttoerl ber SCDoUuft in 6tanb, 
(Srj^i^e bie ^em burd^ fanfteS ^etoegen, 
Itnb Kotfd^ i|^r bie hadert mit freunblid^en @d^[ägen, 
Unb füg il^r bie ^UQtn unb ne^ il^r boS ^nn, 
^olb grüble bon !3Q3eUeni» bolb tDälse bid^ l^in, 
35arb ftrerfe ben ©ortoi^ ber giftigen ^i^^ger, 
5BaIb Ineipe bie tunbm unb tDonnigen 2>inger, 
Unb füffe nad^ t)ie(er (Srfinbung unb 5Urt, 
Unb forfd^e, b>aS ^mor am tiefften bertool^rt 
^efinn id^ mid^ rid^tig» fo tt>irb fie bid^ ftrafen, 
@o bid^tet fie ^nfangS ein notiged @d^lafen, 
@D nennt fie bid^ lofe, fo sud^t fie unb rüdt, 
@o toeit fid^iS im 9ette ber breite nad^ fd^idt 
@ie brol^t bir unb brol^t nnn^ fie toiK fid^ erbofen, 
@ie ftemmt fid^, bm Angriff surüdCe $u ftogen, 

@ie toel^rt fid^ mit Sränen, fie frümmt fid^ unb 

fprid&t, 
Unb tDeinet bastDifd^en: ^d^t tl^u eS bod^ nid^tt 

2>Dd^ tl^u eS nur immer unb l^alt il^r bie ^rmen, 
^tnn l^iel^er geleert nid^t beS ^äd^ften Erbarmen. 
6ie ftreitet, 2)u ftreiteft, il^r ftreitet sugleid^, 
2>urd^ streiten unb kämpfen meiert ^enuS il^r 

«eid^. 

2>urd^ streiten unb ^äm))fen u>äd^ft C^pripord 

©tdrf e — 
2>ie @tunben berfTiegen, brum fd^reite sum 3Serfe, 

118 



Itnb braud^e, fobolb 3>u ben Vorteil erlernft^ 
2>en ßebUd^en ^ot«3^<^itg, ben fd^ersenben (£rnft. 
(Srl^afd^e ben toeid^en unb ftiel^enben Fladen, 
(£S mag aud^ fein SSiberftanb nod^ fo fel^r fnaden» 
Unb prüfe ble ©d^onl^ett ber gansen ^erfon — 
(Sin 2>iener ber Siebe befid^tigt btn Sol^n. 
^cib fenfe 2>id^ unten» bolb breite 3>id^ oben, 
93ertDed^fIe bie ©lieber, berfud^e bie groben: 
@ei immer gefd^äftig unb überod ba^ 
Unb bring eS bem el^rlid^en ^nbe fo nal^, 
SiS leinten am ^üden unb t)ome am £eibe 
Äein einsigeS g^Ierfd^en entfd^ulbiget bleibe — 
9Jom ?Xaden ^um Qalfe, Dom Qalfe sur ®ruft: 
gier Haft 3)ir ein 3ep]^t)r bie Raufte boft ßuft, 
9lod^ tiefer, nod^ toeiter, nod^ mel^r ju ergrünben — 
3d^ barf eg nid^t mnncxty 2>u toirft eS tool^l finben. 
hierunter l^at 5Jenu8 ein !333unber gefenit 
Utü> giammen unb ^^nfen sufammengemengt. 
Umgib eS mit taufenb erfinnlid^en ©piefen — 
aS lagt fid^ nid^t nennen^ eg lä^t fid^ nur fül^len. 
tpurbe bem ^id^ter bcS ^Qlufter gebrad^tt 
<Sr l^atte ben "^Ibrig naturlid^ gemad^t. 
bergig aud^ nid^t "^ImorS berebteS ©efaTIen, 
3>ie fd^Iüpfrigen ^eben, bcS 3drt[id^e fallen: 

Öier 3ieren bie ^zU^x ber ©prad^e btn SKunb, 
§ier tut fid^ bie geile (Belel^rfamleit lunb. 

SBerbeffre baß ©tammeln, berbeig unb bermifd^e 
3>aS bul^rifd^e @pri^eln, baS gei(e (Besifd^e: 
©0 girren bie Sauber, fo fpielet ber ©eft, 
SlBenn Mittag unb ©ommer bie SO^oIber berlägt 

119 



®o idb nun bie Pfeile beiS mäd^tigen Knaben 
2>en ünbifd^en ddd gebänbiget l^oben, 

60 gii^t fie eiS ndl^er, fo gi6t fie fid^ bretai 
Sm ^urpur ber ^eufd^l^ett gefälßg su fein. 
2>rauf flid^t fie tDol^I fel6er bie fleifd^ßd^en ©d^lingen: 
6ie toeigert fid^ folfd^ßd^i 3>u foKft fie nur 3b>ingen, 
^tnn fo übertDunben» l^eigt fiegreid^ gemad^t; 
breimol nnb bruber 6eftatigte Stad^tt 
Se^t tDirb 2>ir bet ^eltar am b^n:ßd^ften fd^meden, 
Se^t tDirb 2>ir i^r SQIduId^en erft junger ettDedeUi 
^v SZtauId^en» ber (SrftUng fo bolbiger ^^rud^t, 
SDon tt)e(d^er lein 9läu6er 3u foften gefud^t, 
9Tun lernt fid^ bie furd^tfame ©d^önl^eU bequemeUi 
(SntsüdEung in geben, GntsüdCung 3U neunten — 
feiige SRul^et btmmlifd^eS SBilb, 
2>aS gleid^e SDergnügen mit gleid^en bergiltt 
Se^t l^aud^en bie 2\ppen ein IrdftigeS Seben, 
Se^t fud^en bie @eelen am (Bäumen yi fleben, 
Se^t taumelt ber einmal begierige ®etft, 
SQ3ol^in il^n bie blinbe ®elegen]^eit reigt. 
^immel, tx>cS bor id^ für gierige ^ffet 
gimmeTI SDaS raufd^en für fräftige ^lüffel 
Wimmelt toie li^elt baS süngetnbe 6))ielt 
Siebe, toie mad^ft bu ber ^reuben fo bielt 
Set^t nimmt fie ben i^inger, foHt' er mid^ rubren I 
3>ie funftßd^e ^reibeit "^ctum yi fpasieren. 

Sel^t bei^nt fie ben 3^iger, Je^t siebt fie il^n 3U — 
breimal unb brüber befeligte ^ubt 

Grgreift bod^, ruft 5Umor, ergreift bod^ bie SSaffenl 
allein SBräutgam fotl loftlid^e iBeute Derfd^affen, 

120 



9Tun mad^e 2>ld^ fertig urtb tritt ir\S (&ctx>^v^ 
3>ie frieblid^e ^einbin rudt plofilid^er l^er. 
^emül^ 2>id^, bie fd^leubembe £an5e 5u fenlen, 
gi^r d^rififld^er ^tut-3>ttrft begej^rt fid^ $u tranfcn — 
Se^t f))ringt fie, }e|}t fd^noppt fie, fe^t reigt fie f id^ 

dxlavib i^t bod^ enblid^ ben fd^nlid^en @tog, 
begleite ben ^d^brudC mit Ruften unb gänben, 
^efdrbre bie Arbeit ber l^urtigen 2cnbtnf 

Verfüg eS bem SZldbi^en» getpäl^r i|^r ben SZtantti 
Itnb ftreid^ il^r bie klieren, biS feineS ntel^r lonn, 
$ÜS ®eifter unb (Stieber berfd^dunten utü> toeid^en, 
SBiS Serben unb SBrüfte fid^ legen unb leud^en, 
%ig ^ebel unb @d^rafen bcS ^uge berftedt, 
Unb 6d^luntmer unb Ol^nmad^t ben Tillen befallt 
fd^toenft bod^ nod^ öfter bie brünftigen @d^enlelt 
Biel^t al^nlid^e ^nber, seugt "Steffen unb <Snfel| 
2>amit fie, brid^t enblid^ bcS ^ter l^erein, 
5Derbrie6nd^en Salären ein S^^^^^^^^^ f^iw- 
@ie ftu^en eud^ fünftig btn biegenben ^üden, 
@ie tDerben eud^ unter btn @orgen erquidCen, 

Unb \x>enn fie eud^ langfam cXS £eid^en befd^aun, 
^ad^ eurem dicmpcl bie ^ad^toelt erbaun. 



121 



^id^t oTTe ®ebid^te5üd^er, bie in ^infid^t auf biefeS 
CufttDaTbd^en gelefen tDurben, ergaben su feiner Gr« 
rid^tung einen ^Beitrag: tDie immer gab eS aud^ ba« 
mciS red^t biele fd^led^te 9leimer. QS finb in bem 
^olgenben nur jene ^üd^er mit bm Qttumtn Site(n 
angefül^rt, anS benen @tud(e in biefe @amm(ung ge« 
nommen tDurben. 93emer!en mu§ id^ nod^: ba eS mir 
auf ben (ebenbigen ®enu§ unb nid^t ben antiquarifd^en 
@d^er3 anfam^ ]^a6e id^ bzn ®ebid^ten überaß bort 
bie l^eute gebraud^Kd^e @d^reibtt)eife gegeben, too bcS 
o^nc 6d^äbigung t>on ^eim unb ^l^tl^mug mogüd^ 
toar. (Sine ©d^reibung, toie fie 9lmo Ö0I3 in feiner 
„^biKiS* antoenbet, um getoiffeS Äomifd&eä yx d^ar- 
gieren, l^ot eS übrigen^ nie gegeben. (SS folgen nun 
bie %ü^er: 

[Gbrlftian 5^ItI SDeife] Ser grünenben Sugenb 
überf(üffige (5eban!en. ^ug vielfältiger unb mebren» 
tbeilS frembber (Erfahrung in offenber^iger (Einfalt 
^Ilen Sungen unb £uftbegierigen ©emütl^ern bor« 
geftellet, f^d^o aber auffiS "Steue überfeben unb an 
Dielen Orten toie aud^ mit einer neuen ^orrebe 
berbeffert. ßeipsig 95erlegt3 Sol^ann ^ri^fd^e 
Silnno 1678. 

Öerm bon öofmannStoalbau unb anberer 3>eut- 
fd^en auSerlefene unb biSber ungebrudtte (Bebid^te. 
ßeipsig be^ SbomoS ^ritfd^. ißanb (£in8 1695; 

122 



Btoel 1697; 3)rcl 1703; 9Jler 1706; ^ünf 1710; 
©ed^S 1712; ©ieben 1727. (§craugge6er toat 95ctt- 
\amin ^leulitd^.) 

[Gl^riftlan 5t. öunofb] ©alante, ©erliebte unb 
@att)nfci^e ©ebid^te Grftcr unb Anbeter Sl^eiL ^on 
9Ztenante3. Hamburg ^exUgtö füo^ann ^olffgang 
g^idttoeiler SBud^l^ättbtcr Im 3>om 1711. (©ritte Auf- 
lage beS folgenben:) 

[gunolb] 3>ie (Sblt ^emül^ungen mügiger @tunben 
3n ©olanten, SDerllebten, ©Inn-, ©d^ers« unb Sa» 
tljrifd^en ®ebid^ten. Hamburg 1702. 

S^eatrolifd^e (Sebtd^te unb 3l5erfe^ungen, 3>enen Sieb" 
labern ber teutfd^en ^oefie initgetl^eUt ^on ^eccau. 
^ntburg, 9eQ Cl^riftian Siebeseit unb Sl^eobor 
Cl^riftopl^ getgincr. 1720. 

[Soj^. ^ur d^arb SZtenle] "^l^ilanberig t)on ber £inbe 
(Solante (Bebld^te» 2>arinnen fo tool^I eigene berliebte 
(Srfinbungen, alS oHerl^nb auiSU)ärtigen ^oeten 
uberfe^te £ie5eSgebid^te, u>ie aud^ infonberl^eit bcS 
berul^mten (Braffen bon ^uffQ«%abutin Siebeig« 
9Ha{imen entbolten. £ei))3ig, 3}er(egtS Solenn 
^riebrid^ ©lebitfd^. 1705. 

3>eg @d^Iefifd^en ^eliconS auSerlefne (Sebid^te 
Ober Gtlid^er bortrefflid^er 6d^(efier big anj^ero o^n» 
belannte ^oStifd^e Galanterien, 9Iebft einer ^orrebe 
bon ^ortrefligleit ber bleueren 2>eutfd^en ^oeten. 
3^ranffurt unb ßeipsig, 3n Verlegung 3Kid^aeI 
%)^rbad^8 feel. SKittib unb «rben in fiiegnift, 1699. 
5lnber Sl^eU 1700. 

r^ittefinb] ÄoromanbelS 9leben[tunbiger 3eitber- 
treib in Seutfd^en (Sebid^ten. 2>an^ig unb £ei))5ig, 
95e5 3. 9. 9lübiger. 1747. 

123 



£eid^en« ^od^seit« ^ermifd^t unb (Seiftlid^e (Bebid^te 
Don 3o]^. triebt, ^lieberer, ^tümbetg 1711. 

Steuer ^orratl^ red^t curiofer ©ebid^te bor alle 
92Xenfd^en. 3^^ ^^^ ^^ Suft ber Siebl^aber in 6e« 
liebten @d^er$e borgetragen t>on 3. G. 9K. £e{)>3igi 
«nno 1718. 

Deliciae Poeticae, Ober: ^oSUfd^e Grgö^nd^Ieiten, für 
olle SZtenfd^en, ^eftel^enb in aKerl^anb unge» 
StDungenen tDol^I fliegenben, netten, galanten, f d^er^« 
unb emftl^afften, curieufen, beutfd^en (Sebid^ten, 
SDeld^e |^in unb toieber bon 6innreid^en köpfen 
berer beften ^oeten unf erer Seiten berf ertigt toorben ; 
^or ie^o auS bent @tau5e ber SDergeffenl^eit forg« 
faltig toieber sufammen gelefen unb betten Sieb« 
l^abem ber reinen ^oefie, jur ßdUtut^cnbcn £uft, 
fonberlid^ aber ber ftubierenben S^S^^^^t^ i^^ beften 
mitgetJ^eilet. (grfte, Rubere ^artl^ie. 9lug ber ;^oe- 
tifd^en Äammer-S)rudfere5 1728. 

SelanberS ^Jerllebte» ©atante, ©inn« ^ermifd^te 
unb (Srabgebid^te. Hamburg unb £ei)>5ig, $e^ 
Cl^riftian fiiebesett. ^Unno 1716. 

^oetifd^e (Srttlen be^ SKügigen 6tunben gefangen bon 
£e SJönfib. (Erfurt, ^uf Äoften beg 5lutori8. 
172ß. 

(Srfte @ammlung $on 2>anie[ ^topptnS @\leS. 
Seutfd&en ©ebid&ten. ^ranffurt unb £ei))3ig 1728. 
Stoe^te @amm(ung 1729. 

©ammlung bon Sol^ann (Sl^riftian (Büntl^erS, 
avS 6d^Iefien, big anl^ero l^erauSgegebenen 6e« 
bid^ten, 93ierbte Auflage. ^Jregtau unb Ceipsig, ?5e5 
SHid^aer gubert. 1746. ((grfte 9lu8gabe: 1724.) 



124 



^oxmoxi 7 

SBeife, CE^xifiian gelix. 

tüjitöntn bet 3ungfemf(^aft 11 

!Ra(^fpning naä^ beut Zanzt 13 

9Is id^ meinet 9lofUis 14 

9teutet, (Sfyd\dm. 

(Slüxtüt auf ben ITob i^et gftau äRuitet 15 

von fiol^enftein, Daniel (Eafpar. 

5U)mm, braune 9la<^t 16 

«n CE^Uften 17 

0. I^offmannstoalbau, (T^xiftian ßoffmann. 

(Es backte Besbie 19 

3* eilte 20 

Wx Wbanie 21 

IBos sütnft bu . 23 

9a9 id^ bie fiedbie 24 

9lienutnb »elg 25 

«n (Korinbe 27 

9Rein (^gel lonnft bu 29 

«tt fiifcite 32 

«n SRelinbe 34 

%n JCauxetten 36 

Vis bie Semts 38 

91 eu fit (6, Seniamin. 

9(n Siioien 40 

Die f^dne £esbia 41 

125 



Seccau, 3oa<^iin. 

9ttf einet Sereitetf j^o<^aeit 42 

(Sefte^ ei mir, mein 5linb 44 

7>ü fanftei Sanb 46 

fleumeiftet, (Itlmtann. 

SnaMgoI auf Me S^fitaenmobe 47 

SRenfe na<^ ®uff9«9iabutin, So^itn Suxd^oxb. 

Biebes^SRoximen 48 

l^unolb, (S^ftian gfciebri^. 

Die Sd)0€% 53 

i^ilf j^immell toel^en Sä^mad 56 

K. 8. im „@d^Iefifd^en i^elicon''. 

%n 9iofetten 56 

Der glfl(fli<^e 6<^obf^unb 57 

34 mub ei moffi geftef^n 58 

(Sioroinui, (Soülieb 6iegmunb. 

Wx ben eiferfa^iigen £eanber 59 

^f einen unfd^ulbigen 9lebenbu]^Ier 60 

Sranbenburg, 9(Rartin. 

Sber ben von allen Sä^o^fyüxCt^tn )u beHagenben 9Ibf<^ieb 
eines artigen 3oifie 62 

9fi|erin, 9iegina SRoria. 

^f ben Xob bei G^o^ünb^eni ^mourettd^en 66 

IBittefinb'Roromanbel. 

%n Sfleureiten 68 

(Eoroinui, (Soülieb 6iegmunb. 

Der fd^Iimme Sraum 69 

9iiebereri 3o4<xnit gfriebrid^. 

9iebe einer f^toangeren Zod^itt, toel^e auf i^er eigenen 

gotüofen SRutter S^oog bie (Iß^e verloren 72 

Die e^en^e W^t 74 

Die fc^dne C5eriraub 75 

Der fungen Zo^itt einfältige gfragen an bie SRutter ... 76 

„9leuer 93i)rrat]^\ 

Der SBeiber tvo^kanbirte ^ioilegia 78 

126 



ecilc 

&t 9enfif. 

IBegethte unb i^ (Salan C^ie 81 

9tn eine Sed^jigiftl^xige 84 

Setgeblid^e Ungebulb 85 

Sirelt ber fünf Sinne 86 

3unöfem«(5e|dnöe 87 

C^lgrantme 89 

„Deliciae Poetioae'*. 

«uf ble ftlUe 2auit 90 

%n eine ge^ubte Staut 91 

9(uf l^e S<^oob 93 

SRlt l^ In einem (Set»d<^s^aus 9i 

£leben unb bo<^ nld^ts genleben 96 

(Epigramme 97 

(Eelanber. 

fCn Me Serrln 99 

9Cn ^Irlsmene 100 

Serf^toenbung Im Sd^Iafe 102 

SReln 5llnbp fei bod^ f o blöbe nld^t 103 

Stoppe, Daniel. 

SWäb^enlleb 104 

Xrofigebanfen eines Shtbenten 106 

«rla .107 

Der Solontalr Im Bieben 108 

Günther, (S;^j|tlan. 

Son Quge S^dnl^elt 109 

C^nlabung 111 

«n Ättlfe 113 

eröffne mir 114 

Oftne fileben 116 

t^o^^tiU^ä^tx^ 116 

Sibllogrop^lf^e Sc^Iuftbemerfung 122 



127 




BÜCHEE 

AUS DEM VERLAGE 

HANS VON WEBER 

IN MÜNCHEN 1907 



»•••MMMM« 



I* CH sehe als Verleger meine Aufgabe darin, dem 
würdigen Buche eine gute Form zu geben. Es gab 
in Deutschland eine Zeit, die es vergessen oder ver- 
^""':'!!"'f lernt hatte, daß das Buch ein Werk der angewandten 
Kunst ist. Den Bemühungen einiger Druckereien und einiger 
Verlage — Insel-Verlag, Julius Zeitler, Diederichs — ist es 
mit der Unterstützung des geschmackvollen Bücherfreundes 
gelungen, dem Buche wieder die Stelle zu geben, die es in 
guten Zeiten einnahm. Das Meine dazu beizutragen, den 
wiedererwachten guten Geschmack am Buchgewerbe zu för- 
dern, sind meine Absicht und mein leitender Gesichtspunkt. 
Ich sehe keine Erhöhung des Buchwertes in dem Umstände 
seiner Seltenheit, wie sie durch willkürlich enge Limitierung 
der Auflage hergestellt wird. Nur die Abzüge auf besonders 
kostbare Papiere werden in kleiner Zahl gedruckt und nume- 
riert werden. Möge der bescheidene Anfang für ein Ver- 
sprechen gelten, das in weiteren Publikationen voll einzu- 
lösen mir ebenso Pflicht wie schöne Aufgabe sein wird. 

MÜNCHEN, Adalbertstr. 76 HANS VON WEBER 

^iBSi^^BBBBSBaSSBBi^i^BaBBBaBBHBBBi^BBBBBBBBBBBBi^BEa^BB 

DIESE BÜCHER SIND SÄMTLICH IN JEDER BESSEREN 

BUCHHANDLUNG ZU HABEN. 



^^^^^^^ 



BÜCHER AUS DEM VERLAGE 



Anfang März erscheint das erste Heft von: 

HYPERION 

EINE ZWEIMONATSCHRIFT, 
HERAUSGEGEBEN VON 

FRANZ BLEI UND 
CARL STERNHEIM 

JÄHRLICH 6 HEFTE ZU JE 6»/,— 7 BOGEN GROSS- 
QUART MIT 10 ODER MEHR VOLLBILDERN IN 

LICHTDRUCK USW. 

AUSGABE AUF VELIN: JÄHRLICH 48 MARK. 
AUSGABE AUF JAPAN: JÄHRLICH 100 MARK. 

ZU DER AUSGABE AUF JAPAN WERDEN 

3 GOLDGEPRESSTE LEDERDECKEN 

NACHGELIEFERT. 

EINZELNE HEFTE KÖNNEN NICHT ABGEGEBEN WERDEN. 

PROSPEKTE DURCH JEDE 
BESSERE BUCHHANDLUNG. 



HANS VON WEBER IN MÜNCHEN 



FRIEDEICH HEBBEL 

JUDITH 

Neudruck der ersten Ausgabe mit 
10 Vignetten und 10 Vollbildern 
von THOMAS THEODOR HEINE 

LUXUSAUSGABE : 100 numerierte, vom Künstler signierte 
Exemplare auf Kaiserlich Japan in Ledereinband nach dem 
Entwürfe von Th. Th. Heine zum Preise von 30 Mark. 

(Vergriffen.) 

BÜTTEN AUSGABE : 1000 Exemplare auf Van Gelder- 
Bütten, mit den Vollbildern auf echtem Japan zum Preise 

von 10 Mark. 

Über dieses Buch schreibt Max Brod in Nr. 2 der Schau- 
bühne in einem eigenen Essay u. a.: 

Wohl nie hat Hebbels „Judith** eine so gute Aufführung gefunden, 
wie auf dieser Bühne der Linien» in diesem Theater eindeutigster 
Regie» in dem es nur zwei sehende Augen und nur ein Atemholen 

gibt Ich meine die Vignetten und zehn Blatter von Thomas 

Theodor Heine, mit denen ich, staunend und glücklich Atem holend, 
die Neuausgabe der ,9 Judith** geschmückt finde. 

Die Zeidinungen von Thomas Theodor Heine nehmen dem Drama 
Hebbels nicht eine Kante der Eindeutigkeit, vielmehr verstärken sie 
den Eindruck des Unabänderlichen, der Vision, der Schärfe. 

Flüditig denkt man an Beardsley, die Japaner . . und vergißt sie 
sofort über der Fülle neuer Fortbildungen. Zweifellos haben wir es 
hier mit einer der bedeutendsten graphischen Erscheinungen 
der letzten Zeit und aller Zeiten zu tun, mit einem summum opus 
summi viri. Thomas Theodor Heine ist der Paganini der Linie, 
ein Hypnotiseur, ein Weltschöpfer . . . 



BÜCHER AUS DEM VERLAGE 



ADELBERT VON CHAMISSO, 

PETER SCHLEMIHLS 

WUNDERSAME 

GESCHICHTE 

Neudruck des ersten Druckes in Ungerfraktur 
aus der Offizin Poeschel & Trepte, Leipzig. 
Mit 11 Vollbildern, 23 Silhouetten und Ein- 
bandzeichnung von EMIL PREETORIUS. 

1000 Exemplare auf echt italienisches Bütten gedruckt, die 
Vollbilder auf Kaiserlich Japan, in goldgepreßter, türkis- 
grüner Kartonnage, zum Preise von 6 Mark. 

100 numerierte Exemplare wurden auf Kais. Japan gedruckt 
und in graugepreßtes Ganzleder gebunden zum Preise von 

18 Mark. (Vergriffen.) 

Anläßlich einer Ausstellung Preetoriusscher Werke im Kunst- 
salon Zimmermann in München schreibt die ^y Allgemeine 
Zeitung" u. a.: 

Um das so recht einzusehen, muß man die neue Hans von Webersche 
Ausgabe von Chamissos Peter Schlemihl zur Hand nehmen, zu der 
Preetorius reizende Silhouetten als Zierleisten oder als Schlußvignetten 
geschaffen hat. Diese geistreich erfundenen Silhouetten imd die 
schönen in gelbem Tondruck ausgeführten Vollbilder, scheinen wie 
leichte, schwebende Gebilde gleich Schatten vorOberzuhuschen und 
unmittelbar aus dem Spiel der künsüerischen Einbildungskraft und 
der poetischen Phantasie hervorgegangen. Ihre rein ästhetische Existenz 
hat mit dem materiellen Charakter gewöhnlicher Illustrationen nichts 
gemein. Desto inniger sind sie aber mit dem Buche selbst verbunden 



HANS VON WEBER IN MÜNCHEN 

J. V. Widmann urteilt im Bremer „Bund": 



Bibliophilen empfehlen wir eine im Verlag von Hans von Weber 
(Mündien) erschienene Neuausgabe von Peter Schlemihh wunder- 
samer Geschichte von Adalbert von Chamissq. Auf prächtiges Hand- 
papier gedruckt ist sie mit 11 Vollbildern und 23 Vignetten von 
Emil Preetorius illustriert. In den Zeichnungen gelangt der Humor 
des geistreichen und tiefsinnigen Märchens zu glücklicher Veranschau- 
lichung. Wie köstlich ist z. B. das Bild, auf dem der unheimliche 
graue Mann, nachdem er den Handel mit Schlemihl abgeschlossen, 
den Schatten Schlemihls sorgsam aufwickelt 

Man kann sich nur freuen, daß diese un veraltet gebliebene, ja wahr- 
haft klassisch gewordene ,Gabe des liebenswürdigen romantischen 
Dichters neuerdings in solch reizender Ausgabe auf den Büchermarkt 
gelangt. Auch die Eleganz des Einbandes macht sie zum willkommenen 
Festgeschenk für Freunde feiner und guter Literatur. 



DAS 

LUSTWÄLDOHEN 

GALANTE GEDICHTE AUS DER 
DEUTSCHEN BAROCKZEIT. 

Gesammelt und herausgegeben von Dr. FRANZ BLEI. 

Mit handkoloriertem Titel von 

CONSTANTIN SOMOFF. 

Broschiert 3 Mark, gebunden 4 Mark 50 Pf. 

LUXUSAUSGABE : (100 numerierte Exemplare auf Zanders- 
bütten) 10 Mark. 



6 BÜCHER AUS DEM VERLAGE 



Anfang März wird erscheinen: 

DAS LESEBUCH 
DER MARQUISE 

Ein Rokokobnch ffir die Damen, 
herausgegeben von Franz Blei 

Mit Einbandzeichnung, acht zum Teil mit 
der Hand kolorierten Vollbildern, vielen 
Vignetten, Rahmen, Cul-de-lampes von 

CONSTANTIN SOMOFF 

AUSGABE AUF VAN GELDER-BÜTTEN: 800 numerierte 

Exemplare in rotem Maroquin- Einbände nach Somoffs 

Zeichnung, zum Preise von 25 Mark. 

LUXUSAUSGABE: 50 numerierte Exemplare auf Kaiser- 
lich Japan, in Leder gebunden mit Moireeseide als Vorsatz, 

zum Preise von 50 Mark. 

Der Text des Buches gibt eine im Seltenen oder Kaum- 
gekannten getroffene Auswahl des Besten aus der fran- 
zösischen Literatur von 1750 bis 1785, in der Novelle und 
der Erzählung, im Dialog und im Gedicht. Constantin 
Somoff ist als geistvoller Künstler und geschmackvollster 
modemer Zeichner der Rokokograzie berühmt und bekannt 
genug, als daß hier mehr zu sagen nötig wäre: er hat in 
den Bildern und dem vielen Schmuck des „Lesebuchs'' 
sein Bestes gegeben. — Angesichts der geistvollen Mono- 
graphie Somoffs, die Professor O. Bie kürdich bei Cassirer, 
Berlin, edierte, wird dieses erste ven Somoff ausgestattete 
Buch wohl bald vergriffen und eine bibliophile Rarität sein. 



■■ 



HANS VON WEBER IN MÜNCHEN 



JACQUES CAZOTTB, BION- 
DETTA DER VERLIEBTE 

rnxjiTT-riT^T EINE NOVELLE. Gedruckt 
Jl liiU 1: Jhlj bei Oscar Brandstetter in Leipzig. 

Mit handkolorierter Umschlagzeichnung und 
Rahmen von THOMAS THEODOR HEINE. 

1000 Exemplare auf italienischem Bütten, in englischem 
Bütten broschiert 3 Mark. In japanischem Prangekarton 

gebunden 4 Mark 50 Pf. 

LUXUSAUSGABE: 50 numerierte Exemplare auf Kais. 
Japan in goldgedrucktem Orangelederbande nach Heines 
Zeichnung, in dunkelblauer Kapsel zum Preise von 15 Mark 

(nur noch einzelne Exemplare). 

Über Biondetta schreibt Hans Benzmann in der Literatur* 
beilage des t, Berliner Tageblatts'': 

Dieses Büchlein fällt durch seine elegante, ungemein graziöse Art 
der Ausstattung auf. Schon die dezenten Farben, in denen der 
Umschlag gehalten ist, wirken ungemein fein und eigenartig. Dazu 
das starke erlesene Papier und der schöne Druck! — Und was birgt 
dieses schöne Gewand? Eine überaus lustige, pikante und phan- 
tastische Liebesgeschichte. Ein spanischer Lebemann zitiert den 
Teufel, und dieser umwirbt und umgirrt ihn in der anmutigen Gestalt 
der süßen Biondetta, bis er ihn unterjocht hat Das wird mit wunder- 
YoUer poetischer Anmut, mit gleichsam frohlockender Schelmerei 
erzählt, wie es eben nur ein Franzose kann. Und wer ist, wer war 
der Verfasser? Jacques Gazotte war in den Pariser Salons unter 
Ludwig XVL als witziger Gesellschafter beliebt und als Mystiker 
und Kabbaiist bekannt Übrigens wurde er als treuer Anhänger des 
Königs guillotiniert Seine berühmteste NoveUe ist der „diable 
amoureux"; in ihr kommt nicht nur der zierlichste Erotiker der 
Rokokoliteratur zu Worte, sondern auch der Mystiker. Die Novelle 
ist überaus charakteristisch für ihre Zeit, und in ihrem Thema und 
Ton von unsterblicher Art 



8 . BUCHER AUS DEM VERLAGE 

VALBBroS BRJÜSSOFF 

DIE EEPÜBLIK DES 
SÜDKREUZES 

NOVELLEN. Autorisierte Übersetzung aus dem 
Russischen von HANS VON GUENTHER. Gedruckt 

bei Oscar Brandstetter-Leipzig. 
Umschlag, Titel und Initialen 
von OTTO ZU GUTENEGG- 

Broschiert in Büttenumschlag zum Preise von 3 Mark. In 
goldgepreßtem Ganzleinenbande gebunden zum Preise von 

4 Mark 50 Pf. 
50 numerierte Exemplare wurden auf Van Gelder abgezogen 
und in goldgepreßtes Leder gebunden zum Preise von 

15 Mark. 

FJODOR SOLLOGUB 

DAS BUCH DEE MÄKCHBN 

Autorisierte Übersetzung aus dem Russischen von 
HANS VON GUENTHER. Gedruckt in der Offizin von 
Poeschel & Trepte, Leipzig. Mit Umschlagzeichnung, 
Titel, Frontispice usw. von OTTO ZU GUTENEGG. 

Broschiert in Büttenumschlag zum Preise von 2 Mark. Auf 
Velin gedruckt, Ledereinband mit reicher Goldpressung, 

zum Preise von 5 Mark. 
50 numerierte Exemplare auf Kais. Japan in goldgepreßtem 
Einbände aus Leder in Purpur und Dunkelblau, in Kapsel 

zum Preise von 10 Mark. 



HANS VON WEBER IN MÜNCHEN 9 



In einem Essay über diese beiden Bücher mit dem Titel: 
,, Junge Russen'' in der ^^ Breslauer Zeitung'* sagt Hans 
Bethge u. a.: 

Beide Bücher hat Hans von Guenther, ein junger Balte, geschmack- 
voll übersetzt 

Als das bedeutendere der zwei interessanten Werke, denen übrigens 
Qom Verlag eine ganz vorzügliche Ausstattung zuteil geworden ist, stellt 
sich das Novellenbuch von Brjüssoff dar. Hier sind sieben Erzäh- 
lungen beisammen, die durch das Großlinige ihres Stiles, durch die 
Klarheit der Darstellung und durch die Üppigkeit ihres Inhalts 
imponieren. Ein Dichter von gebändigter Kraft und edler Ruhe des 
Stiles spricht hier zu uns, und die Begebnisse, die er vor uns auf- 
rollt, sind schicksalsschwer und hallen mit einem dunklen Dröhnen 
in uns nach. Wie edel gewirkte Gobelins wirken diese chronikartigen 
Erzählungen, von denen eine der schönsten jene einer alten ita- 
lienischen Handschrift nacherzählte Geschichte der schönen Neapoli- 
tanerin Julia Largo ist, die unter der Herrschaft der Türken in 
einen unterirdischen Kerker geworfen, das Furchtbarste an Ernie- 
drigung zu erdulden hat, was je einem Weibe auferlegt wurde; eine 
Geschichte, deren dunkle Tragik sich auflöst in Ironie, wie es im 
Leben so oft der Fall ist bei tragischen Dingen. 
Brjüssoff hat etwas sehr Strenges und Großliniges in der Art seiner 
künstlerischen Gestaltung. Was uns dagegen' Sollogub in seinem 
,3uch der Märchen" darbietet, ist durchaus von idyllischem, liebens- 
würdig sinnierenden Charakter. Es sind kleine, niedliche Märchen 
aus der Phantasie und dem Leben, lyrisch übeiglänzte Gedichte in 
Prosa sozusagen, von einer nachdenklichen, still beschaulichen Art. 
Eins haben Brjüssoff und Sollogub gemein: die große Sicherheit in der 
Lösung ihrer verschiedenen Aufgaben, Sie entgleisen niemals, was für 
die Echtheit ihrer stilistischen Besonderheiten spricht. Sie wirken 
beide rassig, das verdanken sie nicht zuletzt dem großen, eigentüm- 
lichen Volke, dem sie angehören. 



10 BÜCHER AUS DEM VERLAGE 



Anfang April 1908 wird erscheinen: 

AÜBREY BEARDSLEY 

BRIEFE UND 
KALENDEßNOTIZEN 



Mit den vier Zeichnungen 
zu E. A. POE 



Beardsleys Briefe, die eine reiche Quelle zur Kenntnis 
seiner Persönlichkeit erschließen, sind einzeln und frag- 
mentarisch da und dort veröffentlicht worden. Die hier 
angekündigte Sammlung wird etwa 196 Briefe, zum Teil 
ganz unbekannte, sowie die sehr merkwürdigen Notizen 
Beardsleys enthalten; des weiteren die vier Zeichnungen 

des Künstlers zu E. A. Poe. 

Die Zahl der bis 1. April angemeldeten Subskribenten be- 
stimmt die Höhe der Auflage, die 500 Exemplare keines- 
falls überschreiten wird. 

Der Preis des Exemplars auf Velin beträgt ca. 12 Mark. 
20 Exemplare werden auf Kaiserlich Japan abgezogen und 
in Leder gebunden. Der Preis eines solchen Exemplars 

wird ca. 25 Mark betragen. 



■B^aBHHsn 



HANS VON WEBER IN MÜNCHEN 11 



Im März 1906 erscheint: 



PAUL CLAUDEL 
MITTAGSWENDE 

DRAMA. DEUTSCH VON FRANZ BLEI 



Auf Velin gedruckt, broschiert 3 Mark 50 Pf. 
50 numerierte Exemplare auf Van Gelder, 

gebunden 12 Mark. 



Mit diesem Drama, das aus dem französischen Manuskript 
übersetzt wurde, ist den Deutschen der genialste Dichter 
des heutigen Frankreich vorgestellt, ein Künstler von einer 
stilistischen Gewalt, wie sie das moderne Drama seit Hebbel 
nicht mehr gezeigt, die von einem Modernen zu erwarten 
man fast schon aufgegeben hat, nach all den vielen Ver- 
suchen, mit den äußerlichen Mitteln des Kostüms oder des 
Verses dem Drama den großen Stil zu geben. Die Per- 
sonen Qaudels sind heutige Menschen. Er zeigt sie nicht 
in einem Ausschnitt, sondern ganz und von allen Seiten, 
und ihr Schicksal vollzieht sich aus ihrem Menschtum und 
nicht aus äußeren Zufällen des Lebens. 



Ol 



^aamK^BmoBaBaassBBOiBBBmmBams^mam 



12 BÜCHER AUS DEM VERLAGE 



Ich übernahm in meinen Verlag: 



ULRICH 
UND BRIGITTE 

Ein Drama in Versen von 

CARL STERNHEIM 



Gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig. 

Broschiert 2 Mark. 

LUXUSAUSGABE: (100 Exemplare in einem althollän- 
dischen Pergamentbande) 10 Mark. 



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HANS VON WEBER IN MÜNCHEN 13 



Früher ist erschienen: 

ALFRED KUBIN 

Mappe in Großfolio mit 15 Faksimiledrucken 
nach Originalen des Künstlers mit einem 
Vorwort von HANNS HOLZSCHUHER 

Ausgabe auf eigens für diese Mappe geschöpftem Bütten 

zum Preise von 20 Mark. 

100 Exemplare auf Kais. Japan über englischem Kupfer- 
druckpapier vom Künstler signiert, zum Preise von 40 Mark. 

Wie man sich auch immer zur Kunst Alfred Kubins stellen 
mag: eines hat auch die ablehnendste Kritik immer zu- 
gegeben: die genialische Persönlichkeit des Künstlers. Be- 
geisterte haben ihn einen Goya genannt. Andere einen 
Visionär und Mystiker, der in seltsam synthetischen Blättern 
Gesichte und Phantasien festzuhalten weiß, die keiner Welt 
angehören, als seiner eigenen. Man möchte an Offen- 
barungen glauben, machte sich nicht ein so mächtiger 
ordnender Kunstverstand in diesen Blättern deutlich, die 
bei allem, was man „Literarisches" in vielen von ihnen 
finden mag, immer alles Inhaltliche in die Form ihrer 
malerischen Kunst bannen. Aus der großen Zahl von des 
Künstlers Blättern sind in diesem Mappenwerke fünfzehn 
der charakteristischsten ausgewählt und in Faksimiledruck 
originalgetreu reproduziert worden. Das eigens für den 
Verlag geschöpfte Büttenpapier ist eine nach vieler Mühe 
gelungene Nachbildung des schönen österreichischen ZoU- 
planbüttens der Kubinschen Originale. 

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14 BÜCHER AUS DEM VERLAGE 

Abteflung fflr Jugendbücher. 

In jeder Buchhandlung vorrätig: 

DEUTSCHE 
EAG BOOKS 

(UnzerreiBbare waschechte Leinenbücher mit unschäd- 
lichen Farben): 

WALTER CASPARI, 

Das lustige ABC 2.40 M. 

WALTER CASPARI, 

Liebe alte Reime 1.60 M. 

MARIA LANGER -SCHOLLER, 

Babys Lieblinge 0.80 M. 

CARLEGLE- ALBUM: 

DAS AUTOMOBIL 217 Uü 

Ein humoristisches Automobil-Märchen von 
EDMOND CUENOUD. übersetzt von Gräfin 
Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin. Mit 
vielen farbigen Bildern von CARLEGLE. 

Elegant gebunden 3 Mark. 

Über diese vier Bücher haben mehrere hundert Kritiker 
sich begeistert. U. a. schreibt 



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HANS VON WEBER IN MÜNCHEN 15 



FRIEDA FREIIN VON BÜLOW 

in einem längeren Aufsatz über meine Kinderbücher in der 
,, Täglichen Rundschau^*: 

Bin paar eigenartige neue Bilderbücher sind mir ins Haus geschneit, 
die ich als lustiges Christgeschenk empfehlen kann 

Der Verlag Hans von Weber in München versendet . . . Rag Books. 

Das Leinen ist so stark, daß man ihm ohne Messer oder Schere wohl 
tatsächlich nichts anhaben kann. 

Diese Leinenbücher sind handlich, leicht, weich, nehmen wenig Platz 
in Anspruch und können zusammengerollt werden. Neben diesen 
nützlichen Eigenschaften besitzen sie den noch höheren Vorzug aus- 
nehmender Deutlichkeit und Einfachheit in Wort und Bild. 

I>a8 andere Werk darf künstlerischen Wert beanspruchen; es wendet 
sich an ältere Kinder und Erwcuihsene, 

Das Automobil wird selbst in der drolligsten Weise zur Person ge- 
macht, es selbst ist der Held der Geschichte. 

Ich will die lehrreiche Geschichte des herzensguten und verständigen 
217 U U nicht weiter erzählen. Sie ist auch noch in ihrem tragischen 
Ende sehr drollig. 

Aber bedeutender als der Text sind die Illustrationen von 
Carl^le. Diese Landschafts-, Tier- und Menschen-Skizzen sind einfach 
genial. Das ist eine Keckheit, eine Flottheit, ein Humor, daß der ver- 
bissenste Griesgram erheitert werden muß. 

Ganz leichte Umrisse schaffen charakteristische Typen des Land- 
straßenlebens. 

Und neben dem Realismus lacht überall der Schalk und das Märchen. 
Die Pilze im Wald torkeln als dicke kleine Kobolde mit aufgespannten 
Sonnenschirmen umher, die Pappeln an der Straße sind wachthabende 
Grenadiere, die Weiden laufen vor dem daherrasenden Auto mit 
gesträubtem Haar davon, Sonnenblumen und Kürbis sind neugierig 
über den Gartenzaun guckende Madamchen, die Automobile haben 
deutliche Physiognomien, 217 U U kann sich sogar nach hinten um- 
sehen! Und beides: Märchenspuk und Wirkliches, in prachtvoller 
Lebendigkeit! Das kleine Werk eignet sich vorzüglich zum Geschenk 
und muß den Gegnern des Automobilsports ebenso zum Ergötzen 
dienen, wie dessen Freunden. 

^ssi^sBssssssssss^saa^aiBsammmmtamBsaBaBSSMmBSBtammBBaat^msBamatam 



Verschiedene Urteile über das Gesamtbild des Verlages 
HANS VON WEBER IN MÜNCHEN: 

Die „Kunst für AUe*': 

Unter den jungen Verlegern Münchens, welche ihre Aufgabe im 
modernen Sinne auffassen, macht sich neuerdings Hans von Weber 
vorteilhaft bemerkbar. Es ist wirklich eine Freude ^ die schmucken 
Bändchen durchzybl&Uern^ die er in der letzten Zeit auf den Bücher- 
markt gebracht hat. Die Wahl der Stoffe und vor allem ihre buch- 
mäßige Gestaltung zeigen uns, daß wir es hier mit einem Verleger ifon 
hohem Geschmack zu tun haben, der moderne Empfindungen richtig 
erfaßt und in selbsttätigem Ästhetizismus schöpferisch weitergebildet hat. 

(Folgt Besprechung einzelner Werke.) 
Wie man sieht^ eine reiche Jahresausbeute für einen jungen^ aufstrebenden 
Verlag, von dem wir, nach dem bisher Geleisteten zu urteilen, noch 
manch schone Gabe erwarten können. 

In der „Zeilschrift für Bücherfreunde'' beginnt Fedor von 

Zabeltitz eine längere Besprechung folgendermaßen: 

Aus dem Verlage von Hans von Weber in München geht uns eine 
Reihe von Neudrucken zu, die sich durch ihren illustrativen Schmuck 
und ihre schöne Ausstattung in hervorragendem Maße auszeichnen . . . 

^yDer Morgen'* schreibt: 

Die Erscheinungen des Verlai^es Hans von Webers verdienen eine 
ganz besondere Würdigung, die ihnen hier auch noch zuteil werden 
wird. Jedes von diesem Hause edierte Werk zeichnet sich durch 
aparte Ausstattung sowohl in der ftußeren Form, wie in der Wahl 
der Typen, Vorsatzpapiere usw. aus. 

j,Die Buchhändlerwarte" schreibt: 

Gewiß kann man einige dieser Sachen (Ghamisso, Hebbel) schon um 
billiges Geld erhalten. Welch ein klafterweiter Unterschied aber 
zwischen diesen für den Alltagsgebrauch bestimmten Ausgaben und 
den ^vorliegenden Bächern, von denen jedes für sich ein Kunstwerk dar- 
stellt, nicht nur nach der literarischen Seite, sondern besonders auch 
nach der buchtechnischen, äußerlich künstlerischen hin/ Die Idee, guter 
Literatur eine individuell angepaßte aparte künstlerische Ausstattung 
zu geben, ist hier in der höchsten Vollendung durchgeführt Von der 
ersten bis zur letzten Seite sieht man, daß hier Künstler und Verleger 
sich ergänzend gefunden haben Er setzt sich damit für Kultur- 
werke und -Werte ein, auf die der deutsche Buchhandel stolz sein 
darf. .... Kommt dann ein Mann mit einem eigenen Programm, 
der ohne Rücksicht auf die große Menge seine eigenen Wege zu gehen 
wagt, so ist es meines Eracntens eine Pflicht, laut und vernehmlich 
auf ihn aufmerksam zu machen. 

SÄMTLICHE PUBLIKATIONEN DES VERLAGS SIND IN 
JEDER BESSEREN BUCHHANDLUNG ZU HABEN. 



Druck Ton Oscar Brandstetter in Leipzig. 34666. 



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